Wirtschaft
Es läuft gut für Bayer.
Es läuft gut für Bayer.(Foto: dpa)
Mittwoch, 27. Juli 2016

Pharmageschäft kurbelt Gewinn an: Pillen rüsten Bayer für Monsanto-Deal

Im Agrarbereich läuft es nicht gut, dafür aber bei den neuen Medikamenten. Sie sorgen für einen Gewinnsprung bei Bayer und rüsten den Konzern für die geplante Übernahme von Monsanto.

Der Pharma- und Pflanzenschutzkonzern Bayer kann im Übernahmekampf um den Konkurrenten Monsanto aus einer Position der Stärke agieren. Während Monsanto mit Umsatz- und Ergebniseinbrüchen kämpft, bescherte das florierende Pharmageschäft den Leverkusenern im zweiten Quartal einen kräftigen Gewinnschub. Auch an einer anderen Front laufen die Dinge gut für Bayer: BASF lehnte einen Verkauf seines Pflanzenschutzgeschäfts an die Amerikaner kategorisch ab.

Unter dem Strich machte Bayer zwischen April und Juni einen Gewinn von 1,38 Milliarden Euro - 18,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie der Dax-Konzern mitteilte. Gleichzeitig hob der Konzern seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr leicht an. Der Bayer-Umsatz ging wegen negativer Wechselkurseffekte zwar um 1,4 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro zurück. Bereinigt um Zu- und Verkäufe sowie um Wechselkursschwankungen wäre er jedoch um 2,3 Prozent gestiegen.

Monsanto hatte dagegen im Juni wegen der schwachen Geschäfte in der Landwirtschaft deutliche Umsatz- und Ergebniseinbrüche melden müssen. Vor allem neuere Medikamente aus der Bayer-Produktpipeline verkaufen sich nach Angaben des Konzerns gut und erreichten Umsatzzuwächse von bis zu 40 Prozent. Doch auch die Geschäfte mit rezeptfrei verkauften Klassikern florierten.

Agrargeschäft schwächelt

Nicht ganz rund lief es allerdings auch bei Bayer im Agrargeschäft, das der Konzern durch die Monsanto-Übernahme massiv ausbauen will. Zwar lag der um Währungseffekte sowie Unternehmenszukäufe und -verkäufe bereinigte Umsatz auf Vorjahresniveau. Doch sorgten gestiegene Herstellungskosten, leicht rückläufige Absatzmengen und Währungseffekte für einen Gewinnrückgang um 8,2 Prozent. Auch für das Gesamtjahr senkte der Konzern die Ergebnisprognose für die Sparte. Das spiegelt das insgesamt schwache Marktumfeld im Agrargeschäft. Monsanto hatte Ende Juni für das dritte Quartal einen Umsatzrückgang um mehr als acht Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar und einen Gewinneinbruch um mehr als ein Drittel auf 717 Millionen Dollar ausweisen müssen.

Einen Rückschlag erlitt Monsanto nun auch an anderer Stelle: Der Chemiekonzern BASF schob Spekulationen über einen möglichen Verkauf seines Pflanzenschutzgeschäfts an den US-Saatgutspezialisten Monsanto einen Riegel vor. "Ich glaube, wir haben das ziemlich deutlich gemacht, dass unser Pflanzenschutzgeschäft nicht zum Verkauf steht", sagte Unternehmenschef Kurt Bock. Erst jüngst waren erneut Spekulationen aufgeflammt, dass der von Bayer umworbene US-Konzern Alternativen zum Bayer-Deal suche und dabei auch Gespräche mit BASF über eine Kombination der jeweiligen Agrarchemie-Sparten wieder aufgenommen habe.

Quelle: n-tv.de

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