Wirtschaft

Rückzug der Investoren hält an: Pimco-Fonds verwaltet immer weniger Geld

Anleger haben wieder Milliarden aus dem einstigen Vorzeigefonds von Pimco abgezogen. Der Rückzug der Investoren im Dezember hat nicht nur mit dem Abgang von Gründer Bill Gross zu tun. Das Schlimmste dürfte trotzdem vorüber sein, meint ein Experte.

Er ist schuld: Bill Gross. Als er ging, gingen auch die Investoren.
Er ist schuld: Bill Gross. Als er ging, gingen auch die Investoren.(Foto: REUTERS)

Zum Jahresende haben Anleger einmal mehr massiv Gelder aus dem Pimco Total Return Fund abgezogen - das ist der 20. Monat in Folge. Die Allianz-Tochter gab den Abfluss von 19,4 Milliarden Dollar im Dezember bekannt. Das ist zwar mehr als doppelt so viel aus wie im November, als 9,5 Milliarden abgezogen wurden. Aber deutlich weniger als im September und Oktober.

Per Ende des abgelaufenen Jahres verwaltete der Total Return Fund 143,4 Milliarden Dollar, weniger als halb so viel wie zu Spitzenzeiten 2013. Vor allem kurz nach dem überraschenden Abgang von Pimco-Gründer und -Anlagechef Bill Gross Ende September begannen die Investoren, in Scharen davonzulaufen.

Gross hatte den Fonds der US-Tochter des deutschen Versicherers Allianz 27 Jahre lang geleitet, am 26. September nahm er seinen Hut. Seither verwaltet er Vermögen beim Konkurrenten Janus Capital Group Inc.

Der Experte Todd Rosenbluth von S&P Capital IQ verwies darauf hin, dass der Abfluss im Dezember auch auf saisonale Faktoren zurückgehen dürfte. Viele Investoren schichteten zu Jahresende ihre Fonds um, erklärte er.

In den kommenden Monaten dürften die Abflüsse weiter schwanken. Das Schlimmste dürfte aber vorüber sein, sagte Jeff Tjornehoj, Leiter des Amerika-Research beim Fondsmanager Lipper. Der Fondsmüsse die Leute davon überzeugen, in den Fonds zu investieren, statt ihn zu verlassen.

"Bronze" - Trotz schlechter Performance

Zuletzt hat sich auch die Ertragslage des Fonds verschlechtert, der in Regierungs- und Unternehmensanleihen investiert. Laut Daten des Marktforschers Morningstar hinkte er dem Gesamtmarkt und vergleichbaren Anlagen hinterher. Auch im Gesamtjahr schnitt er schlechter ab. Morningstar-Mitarbeiter Russ Kinnel führt dies auf umfangreiche Investitionen in Schwellenländer-Anleihen sowie in Bonds mit hoher Rendite zurück, die sich 2014 schwach entwickelten.

Der Fonds habe zudem zu wenig in langlaufende Anleihen investiert, die sich gut entwickelt hätten, ergänzte er. Das Rating des Total Return Fund liege aber weiterhin bei "Bronze", der dritten von fünf Stufen. Vor dem Abgang von Gross lag es bei Gold.

Der Abzug der Gelder aus dem Pimco-Fonds im Dezember kam nach Schätzungen von Morningstar einigen Wettbewerbern zugute. So verzeichnete der 51 Milliarden Dollar schwere Metropolitan West Total Return Bond Zuflüsse von rund 7,2 Milliarden Dollar, beim 40 Milliarden Dollar schweren DoubleLine Total Return Bond waren es 1,3 Milliarden Dollar.

Quelle: n-tv.de

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