Milliardendeal bei Reiseportalen: Priceline schluckt Kayak
In der Welt der Reiseportale bahnt sich eine große Übernahme an. Das Online-Reisebüro Priceline will die Preissuchmaschine Kayak kaufen. Beide Firmen sind auch in Europa aktiv. Priceline hat nun das Branchenschwergewicht Expedia im Visier.
Bei den Buchungsportalen für Hotels, Flüge undMietautos werden die Karten neu gemischt: Priceline.com will den KonkurrentenKayak für 1,8 Milliarden US-Dollar kaufen. Die Verwaltungsräte beiderUS-Unternehmen seien sich einig über das Geschäft, erklärte Priceline. Dass Priceline jetzt zuschlägt, wird als Angriff auf dieBranchengröße Expedia gewertet.
Kayak ist eine Preissuchmaschine für Reisen. Hierlassen sich Angebote zahlreicher Anbieter direkt miteinander vergleichen. Vorallem in den USA ist Kayak populär, es gibt aber auch eine deutschsprachigeWebsite. Das Online-Reisebüro Priceline ist in Europa über die TochterBooking.com aktiv.
Die Wettbewerbshüter und vor allem dieKayak-Aktionäre müssen bei der Übernahme noch mitziehen. Priceline bietet 500Millionen Dollar in bar und den Rest der Summe in eigenen Aktien. ProKayak-Anteilsschein sollen 40 Dollar fließen, das ist ein Aufschlag von 29Prozent auf den Schlusskurs vom Donnerstag. Die Aktie rückte am Freitagvorbörslich entsprechend nach. Der Kurs der Priceline-Aktie sank dagegen umknapp zwei Prozent.
HartenPlatzierungsprozess durchlebt
Kayak war erst im Juli an die Börse gegangen undhatte dabei gut 90 Millionen Dollar eingenommen. Konkurrent Expedia hatte seineReisesuchmaschine und Bewertungsplattform TripAdvisor abgespalten und Ende 2011an die Börse gebracht. Priceline ist in den USA unter anderem durch Werbung mit"Raumschiff Enterprise"-Star William Shatner (Captain Kirk) bekanntgeworden.
Priceline-Chef JefferyBoyd räumte in einem Interview mit dem "Wall Street Journal" zwarein, dass man Kayak vor dem Börsengang hätten deutlich billiger kriegen können- die Aktie war damals noch zu einem Ausgabepreis von 26 Dollar verkauft worden.Zugleich fühle man sich als Investor jetzt viel sicherer, weil Kayak den hartenPlatzierungsprozess durchlebt habe. Boyd hob unter anderem die mobile Softwarevon Kayak hervor. Kayak solle als unabhängiger Bereich fortgeführt werden, hießes.
Quelle: n-tv.de

