Wirtschaft
Ölbohr-Station von RWE Dea im Wattenmeer
Ölbohr-Station von RWE Dea im Wattenmeer(Foto: REUTERS)

Russischer Milliardär am Zug: RWE nach Dea-Deal im Aufwind

Das Geschäft der RWE-Tochter Dea gilt als sehr kapitalintensiv. Der unter den Folgen der Energiewende leidende Versorger will seine Öl- und Gasfördertochter deshalb verkaufen. Ein Käufer ist gefunden, aber noch überwiegen die Risiken. Den Anlegern ist das erst einmal egal.

Der geplante Verkauf der Öl- und Gasfördertochter Dea an eine Investorengruppe unter der Führung eines russischen Milliardärs kommt bei den RWE-Anlegern gut an. Die Titel verteuerten sich in der Spitze um 3 Prozent auf 29,33 Euro und pendelten sich danach bei rund 29,00 Euro und einem Plus von 1,9 Prozent ein. Sie gehörten damit zu den größten Dax-Gewinnern.

Der zweitgrößte deutsche Versorger will seine Öl- und Gasfördertochter inklusive Schulden für 5,1 Milliarden Euro verkaufen. Die Summe sehe erst einmal gut aus und helfe beim Schuldenabbau, sagte ein Händler. Dem Essener Versorger drücken Schulden von über 30 Milliarden Euro. Für Equinet-Analyst Michael Schaefer verliere RWE mit dem Verkauf von Dea aber einen der wenigen Wachstumstreiber für die Zukunft.

Und die Krim-Krise?

"LetterOne hat das umfassendste Angebot gemacht", sagte ein mit den Verhandlungen vertrauter Insider. Die Hamburger Dea-Zentrale solle erhalten bleiben. Dea hat weltweit rund 1400 Beschäftigte. Von den etwa 1000 Mitarbeitern in Deutschland sind die meisten in der Hansestadt beschäftigt. Die Verhandlungen hätten 2013 begonnen, als es noch keine Krim-Krise gab, sagte ein weiterer Insider. An dem Fonds ist der russische Milliardär Michail Fridman beteiligt.

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Damit dürfte die Transaktion vor dem Hintergrund der Krim-Krise auch von der Politik genau unter die Lupe genommen werden. RWE hat die Bundesregierung informiert, erwartet aber nach eigenen Angaben von dort keine Ablehnung. Dem Essener Versorger drücken Schulden von über 30 Milliarden Euro.

Die Lage auf der Krim könnte bereits am Montag zu weiteren Strafmaßnahmen der EU und der USA gegen Russland führen. RWE erwartet aber keine Schwierigkeiten für den geplanten Deal, der noch im Laufe des Jahres abgeschlossen werden soll. "Wir haben die Bundesregierung im Rahmen des für eine Transaktion dieser Größe Üblichen unterrichtet und haben keine Anzeichen, dass die Bundesregierung einen Einspruch erheben will."

Vor Abschluss des Kaufvertrags müssten aber noch Details geklärt werden. Dies solle zügig geschehen. Auch der Aufsichtsrat und die Behörden in mehreren Ländern müssen noch zustimmen.

RWE spart sich Investitionen

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Der unter der Energiewende leidende RWE-Konzern hatte Dea 2013 zum Verkauf gestellt. Reuters hatte bereits erfahren, dass die Gruppe um Fridman das höchste Angebot vorgelegt hat. Im Rennen waren auch die BASF -Tochter Wintershall, der ungarische Öl- und Gaskonzern MOL sowie ein Konsortium um den Finanzinvestor KKR mit Kufpec aus Kuwait. RWE will mit dem Verkauf nicht nur die klammen Kasse füllen, sondern auch Investitionen sparen. Das Geschäft von Dea ist kapitalintensiv, die Gewinne fließen aber zum Teil erst viele Jahre später. 

"Diese Vereinbarung ist ein wichtiger Meilenstein in der strategischen Weiterentwicklung von RWE", sagte Konzernchef Peter Terium. "Darüber hinaus ist sie ein weiterer wesentlicher Schritt zur Stärkung der Finanzkraft unseres Unternehmens."

LetterOne betritt neuen Boden

LetterOne wolle Dea als Plattform für die künftigen Öl- und Gasaktivitäten der Gruppe ausbauen. Dies stärke die Rolle von Dea als zuverlässiger deutscher Öl- und Gasproduzent mit stärkeren internationalen Wachstumsaussichten als bisher. Dea hält Anteile an rund 190 Öl- und Gaslizenzen in Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika. 2013 fuhr die Tochter einen Betriebsgewinn von 521 Millionen Euro ein - etwa ein Zehntel des Konzernergebnisses. Im Kaufpreis sind Schulden von rund 600 Millionen Euro enthalten.

Die Übernahme von Dea sei der erste strategische Schritt von LetterOne zum Einstieg in das Öl- und Gasgeschäft, teilte die Investmentgesellschaft mit. LetterOne wurde 2013 gegründet. Deren Sparte L1 Energy investiert in das Energiegeschäft und LetterOne Telecom in die Telekombranche. Fridman hatte im vergangenen Sommer zusammen mit dem russischen Milliardär German Khan L1 Energy aufgelegt, um 20 Milliarden Dollar (14,4 Milliarden Euro) in weltweite Öl- und Gasprojekte zu pumpen. Ziel sei es, in den nächsten drei bis fünf Jahren ein weltweites Öl- und Gasgeschäft aufzubauen, hieß es seinerzeit.

Quelle: n-tv.de

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