Wirtschaft
Die Frachraten sinken, die Schiffe werden immer größer - die Allianzen sollen die Marktposition der Reedereien sichern.
Die Frachraten sinken, die Schiffe werden immer größer - die Allianzen sollen die Marktposition der Reedereien sichern.(Foto: picture alliance / dpa)

Maersk und MSC kooperieren: Reederei-Allianz kann wohl in See stechen

Das Containergeschäft kommt in Bewegung: Die beiden großen Reedereien Maersk und MSC wollen künftig gemeinsam ein Drittel der Container zwischen Asien und Europa transportieren. So sollen auch kleine Konkurrenten aus dem Markt gedrängt werden.

Die beiden Großreedereien Maersk Line und Mediterranean Shipping (MSC) haben von den Regulierern grünes Licht für ihre geplante Mega-Allianz erhalten. Die US-Behörde Federal Maritime Commission (FMC) habe die Kooperation genehmigt, wie Insider mitteilten. Die als 2M bezeichnete Allianz der beiden weltgrößten Reedereien soll rund ein Drittel der weltweiten Fracht auf den meist genutzten Handelsrouten transportieren. "Vier der FMC-Kommissare haben der Allianz zugestimmt, einer dagegen", sagte ein Informant der Nachrichtenagentur VWD. Beide Unternehmen haben den Deal noch nicht bestätigt.

Kostenersparnis: eine Milliarde US-Dollar

William Doyle, einer der fünf Kommissare der US-Seefahrtsbehörde FMC, sprach sich dafür aus, das Vorhaben nicht weiter zu verzögern. Maersk Line und MSC hätten seine Fragen in den vergangenen 45 Tagen, in dem der Deal von der Behörde geprüft wurde, vollständig beantwortet. Doyle hatte im September noch gesagt, dass die FMC wohl weitere 45 Tage benötigt, um eine Entscheidung zu treffen.

Durch die 2M-Allianz dürften die beiden Unternehmen ihre Betriebskosten insgesamt um eine Milliarde US-Dollar jährlich senken. Zudem setzen sie darauf, das sich kleinere Rivalen von wichtigen Verkehrsrouten zurückziehen, was letztlich auch die Frachtraten stützen sollte.

Die 2M-Allianz wird nach dem Zusammenschluss im Geschäft von Asien nach Europa einen Anteil von 35 Prozent kontrollieren. Bei den Trans-Pazifik-Routen werden es früheren Schätzungen zufolge 15 Prozent und beim Atlantikgeschäft 37 Prozent sein.

Allianzen sollen Marktpositionen zementieren

Die Containerschiff-Branche transportiert 95 Prozent der weltweit gefertigten Waren. Doch die Frachtpreise werden seit knapp zehn Jahren durch Überkapazitäten gedrückt.

Der Grund: Eine Unmenge kleinerer Anbieter unterbietet regelmäßig die Raten in der Hoffnung, bis zu einer Erholung der Preise im Geschäft zu bleiben. Einige Großreeder bezeichnen diese Situation als unhaltbar. Die Hoffnung ist nun, dass die Allianz 2M kleinere Anbieter aus dem Geschäft drängt.

Die deutschen Reedereien haben sich in den vergangenen Monaten ebenfalls mit Konkurrenten verbündet oder auch zugekauft. Hamburg Süd kooperiert neuerdings mit der United Arab Shipping Company (UASC) weltweit. Kurz zuvor hatte die zur Oetker-Gruppe gehörende Reederei die Containerliniendienste der chilenischen Compañía Chilena de Navegación Interoceánica (CCNI) übernommen.

Quelle: n-tv.de

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