Wirtschaft

Auflösung beschlossen: Reederei Hanjin verschwindet

Die südkoreanische Container-Reederei ist Geschichte. Der insolvente Konzern wird einem Gerichtsbeschluss zufolge endgültig abgewickelt. Es handelt sich um die bislang größte Firmenpleite im Seetransportwesen.

Hanjin verlässt den Containerschifffahrtsmarkt.
Hanjin verlässt den Containerschifffahrtsmarkt.(Foto: picture alliance / dpa)

Die einstmals weltweit siebtgrößte Container-Reederei Hanjin soll als Folge ihrer Insolvenz vor fünfeinhalb Monaten endgültig abgewickelt werden. Das Bezirksgericht in Seoul kündigte offiziell die Auflösung des Unternehmens an. Es handelt sich um die bislang größte Firmenpleite im Seetransportwesen.

Zuvor war das Gericht bereits zu dem Schluss gekommen, der Liquidationswert sei höher, als wenn die früher größte Reederei des Landes weitergeführt werde. Das Gericht wählte einen Insolvenzverwalter. Bis zum 1. Mai sollen jetzt die Gläubiger ihre Forderungen anmelden, hieß es in der Mitteilung.

Hanjin hat einen gigantischen Schuldenberg angehäuft. Beim Antrag von Hanjin auf Gläubigerschutz im vergangenen August wurde die Summe auf 5,37 Milliarden US-Dollar beziffert. Seither musste das Unternehmen den Großteil seiner Besitztümer rund um die Welt verkaufen und die meisten der 15001 Mitarbeiter entlassen. Doch zum Überleben von Hanjin reichte dies offensichtlich nicht.

So hatte Hanjin in den vergangenen Monaten wichtige Vermögensteile einschließlich wichtiger Frachtrouten verkauft. Anfang Februar veräußerte die Firma auch noch ihren Anteil von 54 Prozent am Hafenbetreiber Total Terminals International in den USA sowie den bisher zum Unternehmen gehörenden Ausrüstungs-Verleiher HTEC für zusammen rund 78 Millionen Dollar.

Markt leidet unter Überkapazitäten

Im September hatte ein Gericht dem im August gestellten Antrag Hanjins auf Insolvenzverwaltung zugestimmt. Es erhielt zunächst die Möglichkeit, einen Sanierungsplan vorzulegen. Allerdings wurde Hanjin in Schifffahrtskreisen keine Chance mehr eingeräumt, sich sanieren zu können.

Der Markt der Containerschifffahrt ist von Überkapazitäten geprägt. Die Pleite hatte anfangs weltweit bei Schiffseignern, Häfen und Händlern große Unsicherheit ausgelöst. Zahlreiche von Hanjin betriebene Schiffe mussten auf offener See warten, weil ihnen die Zufahrt zu Häfen verweigert wurde.

Quelle: n-tv.de

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