Wirtschaft
Solide Baukonjunktur.
Solide Baukonjunktur.(Foto: imago/Westend61)

Größeres Wachstum erwartet: Regierung geht mit Prognose hoch

Für Sigmar Gabriel ist es ein guter Tag: Der Bundeswirtschaftsminister wartet in seinem Bericht mit einer verbesserten Prognose zum Wachstum auf. Der SPD-Chef erwartet unter anderem eine weitere Zunahme der Inlandsnachfrage.

Die Bundesregierung erwartet für das laufende Jahr ein stärkeres Wirtschaftswachstum als bisher. In ihrem vom Kabinett beschlossenen Jahreswirtschaftsbericht erhöhte sie ihre Prognose für 2015 auf 1,5 Prozent. Bisher ging die Bundesregierung nur von einer BIP-Steigerung um 1,3 Prozent aus.

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"Die deutsche Volkswirtschaft ist ungeachtet der geopolitischen Turbulenzen im vergangenen Jahr auf einen Wachstumskurs zurückgekehrt", sagte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Hinter der höheren Wachstumsprognose sah der SPD-Chef vor allem einen soliden Anstieg der privaten Konsumausgaben. Die Regierung erwartet nach Gabriels Angaben, dass der Mindestlohn sowie die Anhebung und Ausweitung der Rentenleistungen die Konsumnachfrage stärken werden. "Durch zusätzliche Investitionsimpulse sowie ein gutes Klima für Innovationen und private Investitionen sorgen wir für eine Fortsetzung und Festigung des Aufschwungs", meinte Gabriel.

Die deutsche Wirtschaft hatte das alte Jahr bereits mit einem Plus von 1,5 Prozent abgeschlossen. Mit ihrer neuen Schätzung liegt die Bundesregierung nun auf einer Ebene mit vielen Wirtschaftsforschungsinstituten.

Zunahme der Investitionstätigkeit

In dem Bericht, der unter Federführung Gabriels entstand, sagt die Regierung für dieses Jahr eine Zunahme der Inlandsnachfrage um 1,6 Prozent voraus nach einem Plus von 1,2 Prozent im vergangenen Jahr. Für die Exporte wird eine Steigerung um 3,6 Prozent gesehen und für die Importe eine um 4,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote erwartet das Kabinett bei 6,6 Prozent nach 6,7 Prozent im Jahr 2014.

"Die zunehmende wirtschaftliche Aktivität verbessert die Gewinne der Unternehmen und lässt die Löhne spürbar steigen", betonte das Wirtschaftsministerium. Die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte nähmen merklich zu. Angesichts guter Rahmenbedingungen und spürbar gesunkener Rohstoffpreise erhöhten die privaten Haushalte ihre Ausgaben für Konsum und Wohnungsbau deutlich. Neben einer soliden Baukonjunktur dürften nach Einschätzung des Kabinetts auch die Investitionen der Unternehmen in Ausrüstungen nach einer Schwächephase im zweiten Halbjahr 2014 im Verlauf dieses Jahres wieder klar zunehmen. Zusätzlich werde die Konjunktur durch zunehmende Exporte stimuliert.

Als technische Annahmen werden in der Prognose der Ölpreis und die Wechselkurse im Projektionszeitraum mit ihren jeweiligen Durchschnitten der letzten sechs Wochen vor der Prognoseerstellung als konstant angenommen. Der Projektion liegt damit ein jahresdurchschnittlicher Ölpreis von rund 59 US-Dollar je Barrel der Sorte Brent zugrunde. Der Kurs des Euro wird mit 1,22 US-Dollar angesetzt.

Quelle: n-tv.de

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