Wirtschaft
Die Dynamik lässt nach, aber noch wird Wirtschaftswachstum vorausgesagt.
Die Dynamik lässt nach, aber noch wird Wirtschaftswachstum vorausgesagt.(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Europas Wirtschaftsmotor stottert: Regierung kassiert Prognose

Deutschlands Wirtschaft muss sich auf ein schwieriges Jahr 2012 einstellen. Nach einem Wachstum von 2,9 Prozent 2011 wird sich der Aufschwung merklich abkühlen. Die Bundesregierung stutzt ihre bisherige Prognose deutlich. Aber: Deutschland bleibt "Stabilitätsanker und Wachstumsmotor für Europa".

Die Bundesregierung erwartet angesichts zunehmender weltweiter Risiken einen Dämpfer für den Aufschwung in Deutschland. Für das kommende Jahr wird statt bisher 1,8 Prozent noch ein Wachstum von 1,0 Prozent prognostiziert, wie Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) mitteilte. Für dieses Jahr geht die Regierung noch von einem stärkeren Wachstum von 2,9 Prozent aus.

Auch wenn sich das Expansionstempo wie erwartet verlangsamt habe, bleibe Deutschland "Stabilitätsanker und Wachstumsmotor für Europa", erklärte Rösler. Tragender Pfeiler der Entwicklung in Deutschland werde zusehends die Binnennachfrage. Der Export schwäche sich ab.

Wachstum ist Wachstum

Rösler sagte: "Auch ein Prozent Wachstum ist natürlich Wachstum." Von einer Rezession könne daher ausdrücklich keine Rede sein. Grund für den «etwas ruhigeren Wachstumspfad» seien deutlich höhere Risiken aus dem internationalen Umfeld. Mit der zunehmenden Verunsicherung durch die Schuldenkrise im Euroraum habe sich auch das Wachstumstempo der Weltwirtschaft merklich abgekühlt.

Binnennachfrage als Wachstumstreiber

In Deutschland dürfte die Binnennachfrage in diesem und nächsten Jahr das gesamtwirtschaftliche Wachstum fast gänzlich tragen. Beim Export rechnet die Regierung für 2012 nur noch mit einem Anstieg um 3,5 Prozent nach voraussichtlich 7,5 Prozent in diesem Jahr. Die Arbeitslosigkeit dürfte im Schnitt dieses Jahres unter der Drei- Millionen-Marke bleiben. Bei der Quote werden 7 Prozent in diesem und 6,7 Prozent im nächsten Jahr prognostiziert. Die Inflation dürfte in diesem Jahr bei 2,3 Prozent, im kommenden bei 1,8 Prozent liegen.

Rösler betonte, es gelte, die Weichen "für einen langfristigen Weg nach oben" zu stellen. "Dazu gehört eine wachstumsfreundliche Haushaltskonsolidierung genauso wie glaubwürdige Schritte, um das Vertrauen in die Stabilität der gemeinsamen europäischen Währung zu stärken." Ein stabiles Europa sei für den Wohlstand in Deutschland unverzichtbar.

Video

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen