Freitag, 08. Januar 2010
Der Sanierer kommt: Reilly wird neuer Opel-Chef
GM-Manager Reilly zieht von Shanghai nach Deutschland. Zuvor stimmt er die Opel-Beschäftigten auf harte Einschnitte ein. Europaweit will der Autoherszeller bis zu 9000 Stellen abbauen, einen großen Teil davon in Deutschland.Der Europa-Chef von General Motors (GM), Nick Reilly, wird offenbar neuer Chef von Opel. Reilly werde den bisherigen Opel-Chef Hans Demant ablösen, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und berief sich dabei auf Aufsichtsratskreise des Rüsselsheimer Autoherstellers. Voraussichtlich werde der Beschluss zur Ablösung Demants während der Sitzung des Kontrollgremiums am kommenden Freitag gefasst, hieß es. Unklar sei aber, ob Demant nur den Spitzenposten abgebe oder ob er das Unternehmen ganz verlasse. Der 59-jährige Ingenieur steht seit 2004 an der Opel-Spitze.
Reilly ist erst seit November Europachef von GM, zuvor leitete der Brite das internationale Geschäft von General Motors mit Dienstsitz in Shanghai. GM hatte Anfang November angekündigt, nach einem monatelangen Verhandlungspoker Opel nun doch behalten und selbst sanieren zu wollen. Reilly bestätigte in seinem Internetblog, dass er von Shanghai nach Deutschland ziehen werde, "um bei der Neuausrichtung von Opel/Vauxhall zu helfen". Dass Demant das neue Unternehmen voraussichtlich nicht mehr führen wird, war schon im November bekanntgeworden. Auch Betriebsratschef Klaus Franz hatte bereits mitgeteilt, dass der Opel-Aufsichtsrat nächsten Freitag ein neues Management präsentieren werde.
Arbeitsplatzabbau
Reilly kündigte harte Einschnitte an. Das Unternehmen müsse nun schnell seine Kapazitäten reduzieren, so Reilly. Auf die Beschäftigten kämen tiefgreifende Veränderungen zu. "Das ist eine harte Wirklichkeit." Europaweit will der Autobauer bis zu 9000 Stellen abbauen, einen großen Teil davon in Deutschland. Das neue Management solle Opel beim Design und der Qualität der Autos voranbringen, sagte Reilly. 2010 wolle Opel sieben neue Produkte vorstellen.
Unterdessen rückt trotz mehrerer Angebote zur Rettung der GM-Tochter Saab die Auflösung des schwedischen Autoherstellers näher. Die Mutter GM beauftragte die Firma AlixPartners, die geordnete Einstellung der Geschäftstätigkeit von Saab zu überwachen. Es werde voraussichtlich einige Monate dauern, bis der Prozess abgeschlossen sei, so der US-Konzern. Parallel dazu will sich GM aber weiterhin nach Alternativen zur Schließung umsehen. Es seien mehrere Angebote zu Saab eingegangen, die nun gründlich geprüft würden. Zuletzt war Formel-1-Chef Bernie Ecclestone in das Rennen um Saab eingestiegen.
AFP/dpa/rts
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