Wirtschaft

Vom Schulabbrecher zum Millionär: Rene Benko im Porträt

Der smarte Tiroler kann auf einen bemerkenswerten Aufstieg zurückblicken: Rene Benko zählt zu den reichsten Menschen Österreichs. Mit Immobilien häufte er ein Vermögen von geschätzten 850 Millionen Euro an. Taugt er als Karstadt-Retter?

Smart und erfolgreich: Benko ist einer der 100 reichsten Österreicher.
Smart und erfolgreich: Benko ist einer der 100 reichsten Österreicher.(Foto: picture alliance / dpa)

Kann er Karstadt? René Benko ist einer der schillerndsten Unternehmer Österreichs. Der gebürtige Tiroler sorgte in der Vergangenheit immer wieder für Schlagzeilen - zuletzt rankten sich um ihn Spekulationen über eine bevorstehende Übernahme der angeschlagenen Warenhauskette Karstadt. In der Vergangenheit legte Benko dabei vom Schulabbrecher zum Luxus-Magnaten eine bemerkenswerte Karriere hin.

Medienberichten zufolge ist Benko einer der 100 reichsten Österreicher. Seine 1999/2000 gegründete Signa-Gruppe ist laut eigener Beschreibung auf Luxusimmobilien in internationalen Toplagen spezialisiert. Das Immobilienvermögen beträgt nach Firmenangaben mehr als sechs Milliarden Euro. Vor gut einem Jahr war es noch eine halbe Milliarde weniger. Das österreichische Wirtschaftsmagazin "Trend" bezifferte Benkos persönliches Vermögen auf rund 850 Millionen Euro.

Selfmade-Man aus Österreich

Der finanzielle Erfolg schien dabei zunächst in seinem Leben nicht vorgezeichnet. Benko wurde am 20. Mai 1977 als Sohn eines Beamten in Innsbruck geboren. Mit 17 Jahren verließ er ohne Abitur das Wirtschaftsgymnasium. Anschließend baute er zunächst Dachgeschosse aus, bevor er sich auf Immobilienaufkäufe konzentrierte.

"Man kann es beschreiben wie Spitzensport", sagte Benko einmal. "Es ist nicht nur Talent, sondern auch die Konsequenz, hart zu arbeiten, nicht aufzugeben, den Weg nicht zu verlassen und mehr zu bewegen und zu leisten, als es andere tun wollen." Details zu seinen geschäftlichen Aktivitäten lässt sich Benko sonst jedoch eher selten entlocken.

Vorliebe für Ferraris?

"Ich habe immer einen Plan", sagte er in einem seiner eher seltenen Interviews dem österreichischen Nachrichtenmagazin "News". Mit der Signa-Holding, die mittlerweile mehr als 150 Mitarbeiter beschäftigt, sammelt Benko bei reichen Investoren Geld ein und steckt es in teure Immobilien. In Wien baute Benko beispielsweise vor kurzem einige Straßen in der Innenstadt zu einer Nobel-Shoppingmeile samt Luxusappartements um.

Der Name des Projekts: "Goldenes Quartier". Sein Privatleben schirmt der Vater dreier Kinder dabei ab. Mit seiner zweiten Frau wohnt Benko in bester Lage in Innsbruck und Wien, er besitzt außerdem eine Villa am Gardasee. Eine Zeitlang wurde ihm eine Vorliebe für Ferraris nachgesagt. Die habe er längst verkauft, ließ er dazu verlauten. In Politik und Wirtschaft gilt der smarte Unternehmer als bestens vernetzt. Im Beirat seiner Signa-Gruppe sitzen unter anderem der ehemalige österreichische Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, Unternehmensberater Roland Berger und der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking.

Korrupter Karstadtretter?

In Deutschland ist Benko spätestens seit seinem Einstieg bei einem Teil der inzwischen aufgespaltenen Karstadt-Gruppe ein Begriff. Im September 2013 übernahm Signa von Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen die Mehrheit an den Karstadt-Edelkaufhäusern wie dem KaDeWe in Berlin und den Karstadt-Sporthäusern.

Ein Gerichtsurteil im November 2012 zu zwölf Monaten Haft auf Bewährung bremste Benkos Höhenflug erstmals. Das Landgericht in Wien sah es als erwiesen an, dass er gemeinsam mit seinem Steuerberater eine verbotene Intervention in einer Steuerangelegenheit in Italien versucht hatte. Die vorsitzende Richterin bezeichnete diese als "Musterfall für Korruption". Erst zu Beginn der Wochen bestätigte auch der Oberste Gerichtshof in Wien das Urteil.

Quelle: n-tv.de

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