Hand in Hand mit den ChinesenRio Tinto schürft in Guinea
Zwischen Australien und China glätten sich die Wogen: Weil es in Afrika eine ganze Menge Erz abzubauen gibt, finden sich der australische Minenriese Rio Tinto und der Staatskonzern Chinalco zu einem miliardenschweren Gemeinschaftsprojekt zusammen. Der westafrikanische Staat Guinea darf auch mitmachen.
Die Beziehungen zwischen dem Bergbaukonzern Rio Tinto und dem Konkurrenten Chinalco kommen nach dem geplatzten Milliarden-Deal im vergangenen Jahr wieder in Ordnung. Rio Tinto kündigte an, mit Chinalco ein Joint-Venture für die Gewinnung von Eisenerz im westafrikanischen Guinea zu gründen.
Der australische Bergbauriese Rio Tinto will seinen Anteil in Höhe von 95 Prozent an der Holding in Simandou in das Joint-Venture einbringen. Der chinesische Staatskonzern wiederum zahlt 1,35 Mrd. Dollar für 47 Prozent an dem gemeinsamen Projekt. Guinea habe die Option, sich mit bis zu 20 Prozent an dem Projekt zu beteiligen.
Nach Angaben von Rio Tinto befinden sich in Simandou die weltweit größten unerschlossenen Eisenerz-Lager. Chinalco teilte mit, dass Rio Tinto das Joint-Venture betreiben werde.
Peking fahndet nach Spionen
Vergangenen Sommer ließ Rio Tinto einen Zusammenschluss seines Eisenerz-Geschäfts mit Chinalco platzen, was die Beziehungen zwischen Australien und China belastete. Rio Tinto kündigte damals an, sein Eisenerz-Geschäft stattdessen mit dem heimischen Rivalen BHP Billiton zusammenzulegen. Chinalco ist größter Einzelaktionär bei Rio und gleichzeitig einer seiner größten Kunden.
Kommende Woche beginnt in China derweil der viel beachtete Prozess gegen vier angeklagte Rio-Tinto-Mitarbeiter. Ihnen wird Bestechlichkeit und Wirtschaftsspionage vorgeworfen.