Freitag, 30. Juli 2010
IWF sieht Double-Dip-Gefahr: Risiken für USA wachsen
Der Aufschwung der US-Wirtschaft erfordert nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds unter Umständen weitere konjunkturbelebende Maßnahmen. Der Aufschwung in den USA sei zunehmend gefährdet.
Ist der American Eagle - hier am Gebäude der US-Notenbank - schon wieder flügellahm? Die Fed will den Zins auf jeden Fall "für eine längere Zeit" niedrig halten.
(Foto: REUTERS)
Im Jahresbericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) heißt es, die Erholung der US-Wirtschaft komme bisher "im historischen Vergleich nur langsam" voran, und der "Ausblick bleibt unsicher".
Die expansive Finanz- und Geldpolitik habe die größte Volkswirtschaft zwar aus der tiefsten Krise seit Jahrzehnten herausgeführt. Nun falle die Erholung aber nur moderat aus. Die Binnennachfrage sei schwach und der Arbeitsmarkt entwickle sich schleppend. Als große Gefahren nennt der IWF einen weiteren Einbruch am US-Wohnimmobilienmarkt und Auswirkungen neuer Probleme auf ausländischen Finanzmärkten. Die europäische Schuldenkrise hat auch in den USA viele Sorgen ausgelöst.
Exitstrategien prüfen
Dabei sehen die IWF-Schätzungen zum US-Wachstum relativ günstig aus. Der Fonds erwartet in diesem Jahr einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 3,3 Prozent und im kommenden Jahr flachere 2,9 Prozent. Die US-Erholung sei aber immer noch von Hilfen der Politik abhängig und gerate zunehmend unter Wolken, heißt es in dem Bericht. Schuldenabbau und die Reformen im Finanzsektor seien die größten Herausforderungen für den Staat.
Angesichts der Erholung sollten die USA nach Auffassung des IWF langsam den Ausstieg aus den staatlichen Konjunkturimpulsen ins Auge fassen. In diesem Jahr hält der Fonds wegen der schwachen Nachfrage und hohen Arbeitslosigkeit eine Stützung noch für angebracht. Im nächsten Jahr sei der Zeitpunkt für einen Ausstieg aber gekommen. In der Geldpolitik könne ein stützender Kurs vorerst noch aufrechterhalten werden, bei allenfalls leichten Anpassungen.
Budgetanpassung nötig
Der IWF rät den USA dringend, ihre Staatsfinanzen auf einen soliden Pfad zurückzuführen und dabei über den von ihr geplanten Defizitabbau noch hinauszugehen. Damit könnten die USA einen wichtigen Beitrag zur mittelfristigen Absicherung des Wachstums und der Stabilität in der Weltwirtschaft leisten. Die USA hatte im Fiskaljahr 2009 ein Budgetdefizit von 1,4 Billionen Dollar.
dpa/DJ
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