Wirtschaft
In einer Fabrik nördlich von Tokio arbeiten Mensch und Maschine nebeneinander.
In einer Fabrik nördlich von Tokio arbeiten Mensch und Maschine nebeneinander.(Foto: REUTERS)

Bank of England warnt: Roboter gefährden Millionen Jobs

Durch Roboter sind allein in Großbritannien 15 Millionen Arbeitsplätze bedroht, so die Bank of England. Das ist die Hälfte aller Jobs. Ihr Chefökonom versucht dennoch, Optimismus zu verbreiten.

Durch die Automatisierung könnten in Großbritannien rund 15 Millionen Jobs verschwinden, sagt die Bank of England voraus. Immer ausgeklügeltere Maschinen würden Arbeiten übernehmen, die bisher von Menschen geleistet werden, sagte der Chef-Ökonom der Zentralbank, Andy Haldane, auf einem Gewerkschaftskongress in London. "Die Zahl der menschlichen Fertigkeiten, die Maschinen zu geringeren Kosten hervorbringen können, hat zugenommen." In den USA seien 80 Millionen Jobs durch Roboter bedroht.

"Maschinen erledigen Dinge, die noch vor einem Jahrzehnt undenkbar waren", sagte Haldane. Das fahrerlose Auto sei Science Fiction gewesen, nun sei es ein Faktum.

Da Maschinen immer cleverer werden, seien mehr von Menschen verrichtete Arbeiten in Gefahr als in der Vergangenheit, sagte Haldane. Niedrig bezahlte Jobs seien zwar wieder am stärksten bedroht. Doch nun seien auch Arbeitsplätze in Gefahr, die eine mittlere Qualifikation erforderten. Am meisten seien Jobs in Büros, in der Produktion und in der Verwaltung bedroht, so der Chef-Ökonom. Insgesamt stehe damit die Hälfte der Jobs in Großbritannien auf der Kippe. Die Folge: Der Graben zwischen Arm und Reich könne sich erweitern. Seit dem 18. Jahrhundert hätten die technischen Neuerungen die Kluft zwischen Qualifizierten und Unqualifizierten vergrößert. Nun gebe es aber Hinweise darauf, dass sich dieser Prozess beschleunige.

"Die Schlüsselfrage ist: Was passiert als nächstes?", so Haldane. Eine Wiederholung des 19. Jahrhunderts, als Produktivitätssteigerungen schließlich zu kräftigen Lohnerhöhungen und damit zu steigender Nachfrage auch nach völlig neuen Produkten führten? "Oder wird anders als in der Vergangenheit nun die Arbeitswelt neu gestaltet?" fragte Haldane. Denn mittlerweile ersetzen Maschinen nicht nur manuelle Tätigkeiten, sondern auch kognitive.

Roboter als Friseure?

Er wolle nicht Hoffnungslosigkeit verbreiten, sagte Haldane. Die Vorhersagen könnten sich als viel zu pessimistisch herausstellen. Bisher habe der technische Fortschritt dazu geführt, dass sich Menschen höhere Qualifikationen aneigneten und damit den Maschinen immer einen Schritt voraus waren.

Dieses Muster könne sich wiederholen, so Haldane. Menschen könnten ihre Fähigkeiten weiterhin so anpassen, dass sie gegenüber Maschinen im Vorteil sind. Das fange schon damit an, dass sich auf absehbare Zeit niemand von Robotern die Haare schneiden lassen würde.

Quelle: n-tv.de

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