Wirtschaft

Massives HilfspaketRoubini applaudiert Eurozone

11.05.2010, 12:56 Uhr

Bislang sparte der einflussreiche Ökonom Roubini nicht mit Kritik an den Rettungsmaßnahmen der Eurozone. Doch angesichts der nun in Aussicht gestellten Milliardenhilfen ändert er seine Meinung.

Ob der am Wochenende ausgespannte Rettungsschirm für die Eurozone eine gute Idee ist, ist unter Ökonomen umstritten. Doch die Gruppe der Unterstützer hat ein prominentes Mitglied gewonnen: Nouriel Roubini. Das mehr als 700 Mrd. schwere Hilfspaket könne wahrscheinlich den Finanzbedarf der neben Griechenland auf der Kippe stehenden Mitglieder der Eurozone stillen, so der einflussreiche Ökonom. "Angenommen, dass Portugal, Irland und Spanien ihren kompletten Finanzierungsbedarf bis zum Jahre 2012 decken müssen", so Roubini, "dann müsste das Paket ein Volumen von etwa 600 Mrd. Euro haben."

Bislang hatte Roubini in Griechenland lediglich die Spitze des Eisbergs gesehen und vorhergesagt, dass sich die Athener Schuldenkrise auf andere Länder ausdehnen wird. Die schiere Größe des Pakets habe die Gefahr einer Ansteckung aber gebannt, argumentiert Roubini nun. Zusammen mit dem Strategiewechsel der Europäischen Zentralbank decke es die Kosten eines Worst-Case-Szenarios. Die EZB hatte angekündigt, künftig Staatsanleihen zu kaufen und so für nötige Liquidität zu sorgen.

Außerdem werde das Hilfspaket die betroffenen Länder zwingen, ihr Defizit zu senken, betont Roubini, der wegen seiner düsteren Prognosen in den Medien gern auch als "Dr. Doom" bezeichnet wird. Denn die relativ hohen Zinsen für die Darlehen sollten genug Anreiz sein, den Haushalt in Ordnung zu bringen statt neue Kredite aufzunehmen.

Quelle: jga