Wirtschaft
Schwere Kampf um die Stabilität des Rubelkurses.
Schwere Kampf um die Stabilität des Rubelkurses.(Foto: picture alliance / dpa)

Notenbank greift wieder ein: Russische Leitzins-Kapriolen gehen weiter

Sechs Mal hat die russische Notenbank 2014 den Leitzins angehoben, um ihn dann im Januar zu senken. Nun setzt sie ihn weiter herab. Die Währungshüter reagieren auf die niedrigere Teuerungsrate im flächengrößten Land der Erde.

Die russische Zentralbank hat ihren Leitzins um 100 Basispunkte gekappt. Der geldpolitische Schlüsselsatz sinkt damit auf 14,00 Prozent. In ihrem Begleittext zum Zinsbeschluss begründeten die Moskauer Währungshüter den Schritt damit, dass sich die Inflation angesichts der sinkenden Einkommen und den rückläufigen Konsumausgaben abschwäche. Sollte die Inflation weiter zurückweichen, könnten auch die Zinsen weiter gesenkt werden, kündigte die Notenbank an.

Im vergangenen Jahr hatte die Notenbank den Leitzins sechs Mal erhöht, um den Kursverfall des Rubel zu bremsen. Im Dezember 2014 wuchtete die Zentralbank den Zins überraschend um 650 Basispunkte auf 17,00 Prozent in die Höhe. Im Januar war der Satz wieder auf 15,00 Prozent gesenkt worden.

Die Kombination aus verschärften Sanktionen und niedrigen Ölpreisen treibt die russische Wirtschaft in eine Rezession und verursacht eine massive Kapitalflucht. Die Zentralbank erwartet, dass die Wirtschaft in diesem Jahr zum ersten Mal seit 2009 schrumpfen wird und zwar um bis zu 4 Prozent. Ökonomen sind sogar noch pessimistischer.

VTB blutet

Derweil machen die Sanktionen des Westens und die Wirtschaftskrise der russischen Großbank VTB  immer stärker zu schaffen. Das Geldinstitut schrieb 2014 insgesamt zwar noch schwarze Zahlen, doch im letzten Vierteljahr dürfte ein Minus angefallen sein. Das wäre der erste Quartalsverlust seit 2009. In Russland erschwert der auch durch den Ölpreisverfall ausgelöste Konjunkturabschwung vielen Bankkunden die Rückzahlung von Verbindlichkeiten.

Dieser Anstieg fauler Kredite zwang VTB zu einer höheren Risikovorsorge. Das habe die Gewinne geschmälert, hieß es weiter. Das Geldhaus wies für die ersten neun Monate 2014 einen Gewinn von umgerechnet rund 83 Millionen Euro (5,4 Milliarden Rubel) aus, für das Gesamtjahr aber nur noch von rund 12 Millionen Euro (800 Millionen Rubel). Das ergibt einen Fehlbetrag von rund 71 Millionen Euro (4,6 Milliarden Rubel) im letzten Vierteljahr. Durch die im Ukraine-Konflikt verhängten Sanktionen gegen Russland ist der Zugang der Banken wie auch des VTB-Rivalen Sberbank zum internationalen Finanzmarkt beschränkt. VTB wurde bereits mit Kapitalspritzen des Staates versorgt.

Quelle: n-tv.de

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