Wirtschaft
Ab 2018 will Russland 30 Jahre lang Gas nach China liefern.
Ab 2018 will Russland 30 Jahre lang Gas nach China liefern.(Foto: REUTERS)

"Größtes Bauprojekt der Welt": Russland beginnt mit Mega-Pipeline

Die Beteiligten schwelgen in Superlativen: Für 50 Milliarden Dollar bauen Russland und China eine Gasleitung durch Sibirien. Für Moskau steht viel auf dem Spiel. Denn die Abhängigkeit vom Abnehmer Europa soll sinken.

Russland hat inmitten wachsender Spannungen mit der EU in Sibirien den Bau einer Gaspipeline nach China begonnen. "Wir starten das größte Bauprojekt der Welt", sagte der russische Präsident Wladimir Putin im sibirischen Us Chatyn in der Teilrepublik Jakutien. Es handele sich um ein extrem wichtiges Projekt für Russland und China. Derweil haben sich Russland und die Ukraine offiziellen Angaben zufolge auf neue Gespräche zur Beilegung ihres Gas-Streits geeinigt.

An dem offiziellen Baustart der Pipeline des Energieriesen Gazprom nahm auch Chinas Vize-Premier Zhang Gaoli teil. Zhang sagte der Agentur Interfax zufolge, dass China im ersten Halbjahr 2015 mit dem Bau der Leitung auf seinem Gebiet beginne. Die Baukosten liegen Schätzungen zufolge bei mehr als 50 Milliarden Euro. Die Pipeline mit dem Namen Sila Sibiri (deutsch: Kraft Sibiriens) soll allein auf russischem Gebiet 4000 Kilometer lang sein.

Russland und China hatten im Mai nach zehnjährigen Verhandlungen einen Gasvertrag für 30 Jahre geschlossen. Ab 2018 will Russland jährlich 38 Milliarden Kubikmeter Gas nach China pumpen. Die Leitung solle auch zu einer besseren Energieversorgung des Fernen Ostens Russlands beitragen, sagte Putin. Russland will sich durch den Verkauf von Gas an China für den Fall rüsten, dass die EU künftig auf die Energielieferungen Moskaus verzichtet.

Gashahn für Ukraine seit Wochen abgedreht

Im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine sind für kommenden Samstag neue Gespräche angesetzta. Es werde noch auf eine Entscheidung der Europäischen Union (EU) gewartet, ob sie ebenfalls einen Vertreter zu den Gesprächen entsende, sagte der russische Energieminister Alexander Nowak. Wegen des Streits über den Gas-Preis bekommt die Ukraine seit Wochen keinen Brennstoff mehr aus Russland.

Zuletzt hatte EU-Energiekommissar Günther Oettinger zwischen beiden Seiten vermittelt. Die Ukraine hatte gewarnt, Russland könnte auch die Gasversorgung für Europa unterbrechen. Europa bezieht rund ein Drittel seines Erdgases aus russischen Quellen, wovon ein großer Teil durch die Ukraine fließt.

Quelle: n-tv.de

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