Wirtschaft
Rosneft gilt als "strategisches" Unternehmen.
Rosneft gilt als "strategisches" Unternehmen.(Foto: picture alliance / dpa)

Staatliches Fangnetz für 199 Firmen: Russland rüstet sich für die Rezession

Kapitalflucht, Inflation und eine schrumpfende Wirtschaft - Moskau fürchtet offenbar massive Schäden an einheimischen Unternehmen und spannt ein staatliches Fangnetz. Rund 200 Konzerne und Firmen stehen auf der Rettungsliste, darunter auch Rosneft und Gazprom.

Angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage des Landes hat die russische Regierung 199 Unternehmen des Landes als "strategisch" identifiziert. Diese Firmen bekommen rechtliche Unterstützung der Regierung und haben bei Schwierigkeiten eine größere Chance auf staatliche Rettung, wie das Wirtschaftsministerium mitteilte.

Russland rüstet sich für seine erste Rezession seit 2009. Das Land leidet unter massiver Kapitalflucht und einer zweistelligen Inflationsrate. Die Regierung, die wegen der westlichen Sanktionen keinen Zugriff auf die globalen Kapitalmärkte hat und deshalb nur auf begrenzte finanzielle Mittel zurückgreifen kann, versucht, die Wirtschaft des Landes vor einem Kollaps zu bewahren.

70 Prozent des Landeseinkommens

Moskau hat Unternehmen ausgewählt, darunter auch den größten Ölproduzenten Rosneft und den Gasmonopolisten Gazprom, die insgesamt 70 Prozent des Einkommens des Landes repräsentieren und mehr als 20 Prozent aller Arbeitsplätze stellen. Die Unterstützung dieser Unternehmen soll die Wirtschaft stabilisieren und die Auswirkungen der Krise minimieren, wie es in einer Stellungnahme des Wirtschaftsministeriums hieß. Gleichzeitig warnte das Ministerium, dass allein der Platz auf dieser Liste keine Rettung mit staatlichen Mitteln garantiere.

Im Januar hatte die Regierung die Kosteneinschätzung für ihre Anti-Krisen-Maßnahmen erhöht. Die Gesamtkosten der Maßnahmen werden voraussichtlich 2,34 Billionen Rubel erreichen, umgerechnet 31 Milliarden Euro. Zuvor war die Regierung von 1,4 Billionen Rubel ausgegangen. Die Maßnahmen umfassen etwa die staatliche Unterstützung von Autoherstellern und die Rekapitalisierung der Banken.

Das Finanzministerium wird für den Maßnahmenplan dieses Jahr 170 Milliarden Rubel bereitstellen. Auf der Liste der als strategisch identifizierten Unternehmen befinden sich Fluggesellschaften, Unternehmen der Chemiebranche, Nahrungsmittelhersteller und Händler.

Quelle: n-tv.de

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