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Das Schiff bietet insgesamt Platz für knapp 200 Passagiere, transportiert aber auch Waren.
Das Schiff bietet insgesamt Platz für knapp 200 Passagiere, transportiert aber auch Waren.(Foto: REUTERS)
Donnerstag, 18. Mai 2017

Mit Karaoke in Kims Reich: Russland startet Fähre nach Nordkorea

Während sich Nordkorea mit dem Rest der Welt weiter entzweit, kommt sich der abgeschottete Staat mit Nachbar Russland etwas näher: Eine neue Fährverbindung verkürzt die Reisezeit zwischen beiden Ländern erheblich. Dennoch bleibt Putin verbal auf Distanz.

Ungeachtet der Spannungen um das nordkoreanische Raketenprogramm ist die erste Fährverbindung zwischen dem kommunistischen Staat und Russland aufgenommen worden. Die russische Gesellschaft Investstroitrest bietet künftig einmal pro Woche Fahrten auf dem Meeresweg zwischen Wladiwostock im äußersten Osten Russlands und der nordkoreanischen Hafenstadt Rajin an. Die Verbindung soll unter anderem Touristen aus China anlocken sowie im Ausland arbeitende Nordkoreaner.

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Das Schiff bietet insgesamt Platz für knapp 200 Passagiere, transportiert aber auch Waren. An Bord befinden sich insgesamt 40 Kabinen, mehrere Bars, darunter auch eine Karaoke-Bar. Eine einfache Fahrt dauert den Angaben zufolge rund neun Stunden. Dies verkürzt insbesondere den Warenverkehr deutlich. Bisher waren dafür laut Fährbetreiber zwischen Wladiwostock und Rajin 22 Tage nötig.

Für Chinesen, "denen das Meer fehlt"

Die Fährverbindung richte sich insbesondere an Nordkoreaner, die in Russland arbeiten und an Touristen aus dem Norden Chinas, "denen das Meer fehlt", sagte der Chef von Investstroitrest, Wladimir Baranow. Darüber hinaus hätten auch russische Reisebüros bereits Interesse an Angeboten für russische Touristen in Nordkorea bekundet.

Die neue Fähre startete ihren Betrieb mitten in den Spannungen rund um die nordkoreanischen Atom- und Raketenprogramme. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte den jüngsten Raketentest Nordkoreas am Montag als "kontraproduktiv und gefährlich" kritisiert. Er rief zugleich zu einer friedlichen Lösung auf und mahnte, Nordkorea nicht weiter "einzuschüchtern".

Nordkorea arbeitet unverhohlen an der Entwicklung von Langstreckenraketen, die schwere Atomsprengköpfe bis in die USA tragen können. Die Forderungen der internationalen Gemeinschaft, ihr Atomprogramm zu beenden, ignoriert die Führung in Pjöngjang. Zuletzt testete Nordkorea am Sonntag eine Langstreckenrakete.

Quelle: n-tv.de

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