Wirtschaft
Es geht voran - zumindest ein bisschen.
Es geht voran - zumindest ein bisschen.(Foto: REUTERS)

Vorwärts in Trippelschritten: S&P klopft Portugal auf die Schulter

Portugals Weg aus der Krise ist mühsam - aber nicht ohne Erfolg. Die Ratingagentur S&P hält eine besondere Beobachtung nicht mehr für erforderlich. Das Land wird seine Ziele für 2014 wohl erreichen.

Portugal kommt der Ratingagentur S&P zufolge im Kampf gegen die Wirtschaftskrise voran. Allerdings ist das Tempo eher gering. Dennoch stehe das Land nicht mehr länger auf der Liste "creditwatch negative" und damit unter besonderer Beobachtung, auch wenn es noch längst nicht über den Berg sei, teilte S&P mit. Die "negative" Ausblick für die Kreditwürdigkeit werde aber beibehalten. Zudem sei es weiterhin zu mindestens 33 Prozent wahrscheinlich, dass die Bonitätsnote 2014 doch noch herabgestuft werde. Portugal hat bei S&P das Ramsch-Rating "BB". Das Land wird von seinen Euro-Partnern und dem IWF mit 78 Milliarden Euro gestützt.

Es gebe seit Mitte 2013 Anzeichen für eine Stabilisierung der portugiesischen Wirtschaft, begründete S&P seine etwas positivere Sicht. So entwickele sich der Export besser als gedacht. Die Konsum-Zurückhaltung der Portugiesen angesichts leerer Geldbeutel habe offenbar die Talsohle erreicht. Darüber hinaus gebe es einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit. All das deute darauf hin, dass Portugal seine Haushaltsziele 2014 wohl einhalten könne, hieß es.

Allerdings bestünden auch Risiken: So hätten portugiesischen Verfassungsrichter schon mehrfach Sparvorhaben der Regierung kassiert. Zudem sei es möglich, dass dies auch in der Zukunft passiere, erklärte S&P. Gleichwohl habe die Regierung gezeigt, dass sie die dadurch aufgetretenen Finanzlöcher durch andere Maßnahmen schließen könne.

Zaghafter Optimismus schiebt Anleihekurse an

Portugal will ab Mitte des Jahres finanziell wieder auf eigenen Beinen stehen. Damit hätte das Land keinen Zugriff mehr auf die Hilfen des Euro-Rettungsschirms, müsste sich im Gegenzug aber auch nicht mehr so stark Auflagen unterwerfen. Experten gehen allerdings davon aus, das der Staat noch flankierende Kredite benötigen wird.

Die Hoffnung auf eine anhaltende Stabilisierung der portugiesischen Wirtschaft hat die Anleihenkurse des Landes angeschoben. Entsprechend nach unten ging es mit den Renditen: Die zehnjährigen Titel des Landes fielen in der Spitze auf 5,127 Prozent zurück nach 5,159 Prozent im Geschäft des Vortages.

Seit Jahresbeginn sind die Renditen zehnjähriger portugiesischer Anleihen um rund ein Prozent gefallen. Angesichts der wirtschaftlichen Fortschritte seien die Investoren mit Hinblick auf die Peripherie wieder optimistischer, sagte ICAP-Stratege Philip Tyson.

Auch italienische und spanische Renditen gingen zuletzt deutlich zurück. Die Titel warfen am Freitag 3,806 Prozent beziehungsweise 3,698 Prozent ab. Ende 2013 waren es noch 4,097 Prozent beziehungsweise 4,154 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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