Wirtschaft
SAS-Chef Rickard Gustafson mit ultimativem Krisenplan.
SAS-Chef Rickard Gustafson mit ultimativem Krisenplan.(Foto: picture alliance / dpa)
Montag, 19. November 2012

Kurz vor der Bruchlandung: SAS stellt sich auf Insolvenz ein

Die Fluggesellschaft SAS will mit Lohnsenkungen und massivem Stellenabbau die drohende Insolvenz verhindern. Neben Verhandlungen stellt sich das Unternehmen aber auch schon auf eine mögliche Einstellung des Flugverkehrs ein.

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Die skandinavische Fluggesellschaft SAS hat erste Schritte für einen mögliche Insolvenz eingeleitet und gleichzeitig unter Hochdruck mit Gewerkschaften über einen Krisenplan verhandelt. Wie Unternehmenssprecher mitteilten, sollten alle SAS-Maschinen im Ausland voll betankt werden, damit sie im Fall der Zahlungsunfähigkeit zum Wochenauftakt noch heimgeflogen werden können.

Gleichzeitig führte das Management in Kopenhagen abschließende Verhandlungen mit Gewerkschaften über einen vor knapp einer Woche vorgelegten Rettungsplan. Nach Angaben des dänischen Rundfunksenders DR wollte die Vertretung der Piloten in Dänemark, Norwegen und Schweden eine Kürzung ihrer Einkommen um zehn Prozent bei gleichzeitiger Anhebung der Arbeitsproduktivität um 15 Prozent akzeptieren. Die Organisationen des Kabinenpersonals signalisierten ihre weitgehende Zustimmung zum Krisenplan und verhandelten ebenfalls in Kopenhagen über noch strittige Fragen.

Mit zwei norwegischen Gewerkschaften gab es bereits eine Einigung. Die Frist für eine Vereinbarung mit sechs weiteren Gewerkschaften verschob die Airline von Sonntag auf den heutigen Tag. Die Entscheidung des SAS-Aufsichtsrates über Sanierung oder Insolvenz wurde zeitnah erwartet.

Seit Jahren in der Verlustzone

Konzernchef Rickard Gustafson hatte in seinem Krisenplan vor sechs Tagen ultimativ unter anderem die Zustimmung zu Lohnkürzungen um 15 Prozent für alle 15.000 Beschäftigten verlangt. Hinzu kommen Arbeitszeitverlängerungen, Arbeitsplatzabbau und geringere Pensionsansprüche. SAS will 800 Stellen sofort streichen und 6000 Jobs durch Verkauf der norwegischen Fluggesellschaft Widerøe und der SAS Ground Handling auslagern.

Das 1946 gegründete und halbstaatlich betriebene Unternehmen kämpft seit einem Jahrzehnt vor allem wegen des Erfolgs von Billig-Fluggesellschaften gegen Verluste. Die Unternehmensspitze nannte ihren Krisenplan gegenüber den Beschäftigten immer wieder "die absolut letzte Chance".

Quelle: n-tv.de

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