Wirtschaft
Zum Glück gibt es das Galaxy S4.
Zum Glück gibt es das Galaxy S4.(Foto: REUTERS)

Gewinnsprung reicht dem Markt nicht: Samsung tappt in Apple-Falle

Samsung wartet mit einem Gewinnsprung von mehr als 40 Prozent auf. Auch der Umsatz klettert deutlich. Dennoch gibt es bei Analysten und Anlegern enttäuschte Gesichter - denn die Zielmarken waren höher. Auch Hauptkonkurrent Apple weiß, davon ein Lied zu singen. Der Aktienkurs ist danach eingebrochen.

Mit einer negativen Überraschung wartet der südkoreanische Technologieriese Samsung Electronics auf: Für das zweiten Quartal wies der Apple-Konkurrent weniger Gewinn aus als erwartet. Nun wächst die Sorge, dass sich Samsungs vielgepriesenes Vorzeige-Smartphone Galaxy S4 nicht so gut verkauft wie erhofft. Auch Apple kämpft immer wieder mit diesen Spekulationen. Der Aktienkurs, der einst über 700 Dollar lag, fiel jüngst kurzzeitig sogar unter die 400-Dollar-Marke.

Samsung, der nach Liefervolumen größte Smartphoneproduzent der Welt, teilte mit, dass er für das Quartal von April bis Juni mit einem operativen Gewinn zwischen 9,3 Billionen und 9,5 Billionen koreanischen Won (rund 6,3 Mrd. bis 6,5 Mrd. Euro) rechnet. Im Vorjahr lag der operative Gewinn bei 6,46 Billionen Won.

Der Gesamtumsatz dürfte nach Konzernschätzung zwischen 56 Billionen und 58 Billionen Won liegen. Im Vorjahresquartal lag der Umsatz bei 47,6 Billionen Won. Analysten hatten mit einem operativen Gewinn von durchschnittlich 10,1 Billionen Won im Berichtsquartal gerechnet sowie mit einem Umsatz von durchschnittlich 58,6 Billionen Won.

Branchenphänomen

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Der neue Kassenschlager des Unternehmens war im April auf den Markt gekommen - noch rechtzeitig, um für mehr Gewinn zu sorgen. Das enttäuschende Quartalsergebnis verstärke nun aber den Eindruck, dass Samsung an Momentum verliere, sagte Analyst Lee Sei-chul vom Wertpapierhaus Meritz.

Das wirkt sich auf den Aktienkurs aus: Weil Anleger nun fürchten, dass sich das hochwertige Smartphone Galaxy S4 nicht so gut verkauft, ist der Aktienkurs von Samsung bereits heftig gesunken. Die Kursverluste haben dem Konzern seit Mitte März fast 30 Mrd. Dollar Börsenkapital vernichtet. Seit Anfang Juni fiel der Kurs um 15 Prozent, weil viele Analysten den Daumen senkten. Am Freitag ging es in Seoul knapp zwei Prozent bergab. Derzeit ist Samsung an der Börse rund 185 Mrd. Dollar wert.

Samsung ist nicht das einzige Smartphone-Unternehmen, das heftige Kursverluste an der Börse erdulden musste. Auch die Aktienkurse von Blackberry, dem Hersteller des gleichnamigen Smartphones, sackten ab, nachdem der Produzent mitgeteilt hatte, dass er weniger neue Blackberry-Geräte ausgeliefert habe als erwartet.

Und auch der US-Technologieriese Apple litt schon vor einem Jahr unter einem Aktien-Ausverkauf. Auch hier war der Grund, dass Aktionäre eine Nachfrageflaute für das neueste iPhone 5 fürchteten.

Mehr Ende Juli

Für Samsung ist das Geschäft mit mobilen Geräten einer der Hauptgewinntreiber. Allein im ersten Quartal dieses Jahres trug die Sparte 74 Prozent zum gesamten operativen Gewinn bei. Allerdings verkaufen sich teure Smartphones nicht mehr so stark wie in der Vergangenheit. Vor allem in China wird nach günstigeren Alternativen Ausschau gehalten. Außerdem ist der Wettbewerb hart, und es gibt mittlerweile mehr günstige Modelle im Markt.

Samsung lieferte indes keine Schätzung seines Nettogewinns im zweiten Quartal. Aktuelle Ergebnisse sollen am 26 Juli erscheinen. Dann werden Aktionäre genau darauf achten, wie profitabel das Mobilgeschäft des Konzerns ist. Das Unternehmen sei aber breit und erfolgreich aufgestellt, so dass es seinen Gewinn wohl auch im dritten Quartal 2013 steigern könne, so Analyst Lee Sei-chul. Samsung stellt neben Smartphones auch Unterhaltungselektronik wie Fernseher sowie Computerchips und Bildschirme her.

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Quelle: n-tv.de

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