Wirtschaft
Khurais-Ölfeld in Saudi-Arabien.
Khurais-Ölfeld in Saudi-Arabien.(Foto: picture alliance / dpa)

Weniger für Asien, mehr für USA: Saudis jonglieren mit Ölpreisen

Denn die globalen Märkte sind weiterhin von einem Öl-Überangebot geprägt. So senkt der wichtige Produzent Saudi-Arabien erneut die Preise für Kunden in Asien, um seine Marktanteile zu verteidigen. Bei den USA gehen die Saudis mit den Preisen hoch.

Saudi-Arabien setzt beim Öl weiter auf den Absatzmarkt Asien. Nach Monaten der allgemeinen Preiskürzungen erhöht das Königreich erstmals wieder den Preis für die Lieferung des Schmierstoffs der Weltwirtschaft in die USA, senkt aber gleichzeitig den Preis für Lieferungen nach Asien.

In einer E-Mail an seine Kunden verkündete der staatliche Ölgigant Saudi Aramco, dass er den Preis für März-Lieferungen von Leichtöl der Sorte WTI in die USA um 0,15 US-Dollar je Barrel erhöhen werde. In den letzten drei Monaten hatte Aramco Preissenkungen für den US-Markt angekündigt. Gleichzeitig senkte das staatliche Unternehmen den Preis für Lieferungen nach Asien um weitere 0,90 Dollar je Fass.

Im November hatte Saudi-Arabien die weltweiten Rohstoffmärkte damit überrascht, die Preise für die USA zu kürzen, um seinen Marktanteil gegen den Boom des billigen in den USA produzierten Schiefergases zu schützen. In der Vergangenheit hatte Saudi-Arabien stets mit Förderkürzungen auf Preissenkungen an den internationalen Rohstoffmärkten reagiert, dieses Mal setzte das Königreich mit seiner Preissenkung einen weltweiten Absturz der Ölpreise in Gang.

Preissenkung wegen Wettbewerbssituation

Seither hat sich der Preis für Rohöl am Weltmarkt zeitweise mehr als halbiert, nachdem auch die von Saudi-Arabien dominierte Organisation Erdöl exportierender Länder im November beschlossen hatte, die Fördermengen trotz des sich abzeichnenden Preisverfalls unverändert zu belassen.

Die Preissenkung für Asien ist der Wettbewerbssituation vor Ort geschuldet. In Asien muss sich Saudi-Arabien dem Wettbewerb mit mehreren anderen Opec-Staaten stellen, die nach dem Schiefergasboom in den USA vom dortigen Markt verdrängt wurden und stattdessen lukrative Märkte im Fernen Osten aufsuchen.

Saudi Aramco setzt seine offiziellen Verkaufspreise für Rohöl in Relation zu den jeweiligen regionalen Benchmark-Preisen fest. In der Regel erfolgt diese Preisfestsetzung daher eher mechanisch in Reaktion auf lokale Entwicklungen und hatte in der Vergangenheit meist keinen besonderen Einfluss auf den breiten Markt. In den letzten Monaten wird die Preispolitik der Saudis von Marktbeobachtern allerdings mit Argusaugen beobachtet, weil man hinter den Preisanpassungen Hinweise auf die allgemeine Ölpolitik der Saudis vermutet.

Quelle: n-tv.de

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