Wirtschaft
Ein angenehmer Termin: Angela Merkel vor der Projektion der Werksansicht.
Ein angenehmer Termin: Angela Merkel vor der Projektion der Werksansicht.(Foto: dpa)

Grundsteinlegung mit Kanzlerin: Schwerin wird Kaffeekapsel-Standort

Für 220 Millionen Euro errichtet der Nestlé ein Werk in Schwerin. Eine Investitionssumme mit Seltenheit in Mecklenburg-Vorpommern und den neuen Bundesländern insgesamt. Industrielle Kerne sind dort rar.

In Schwerin entsteht eines der größten Werke zur Produktion von Kaffeekapseln. Im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde in der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern symbolisch der Grundstein dafür gelegt.

Der Schweizer Lebensmittel-Konzern Nestlé investiert 220 Millionen Euro in die Produktionsstätte, von der aus künftig die Märkte in Deutschland sowie Nord- und Osteuropa beliefert werden sollen. Das neue Werk wird den Unternehmensangaben zufolge Mitte 2014 die Arbeit aufnehmen und dann bei Betrieb aller zwölf Linien zwei Milliarden Kaffeekapseln pro Jahr produzieren.

Merkel dankte dem weltweit größten Lebensmittelkonzern für die Schaffung von 450 Arbeitsplätzen in der Region. Damit werde die Ernährungsgüterbranche als tragende Wirtschaftssäule in Mecklenburg-Vorpommern gestärkt. Der Bau des Werkes in Schwerin sei die größte Investition Nestlés in Deutschland seit 1990. Die Entscheidung für den Standort beruhe jedoch auf "handfesten Faktoren" wie einer gut ausgebauten Infrastruktur, exzellent ausgebildeten Fachkräften und vielversprechenden Absatzmärkten im Umfeld. "Die Rahmenbedingungen stimmen", betonte Merkel, die ihren Bundestagswahlkreis in Vorpommern hat.

Wichtig für ökonomisch schwaches Land

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering sprach von einer "Erfolgsgeschichte" und bezeichnete die Investition als wichtig für das gesamte Land. In keinem anderen Bundesland ist die Industrie so schwach entwickelt wie im Nordosten.

Mit den Kaffeekapseln verzeichnet Nestlé nach Angaben von Vorstandschef Paul Bulcke seit Jahren hohe zweistellige Zuwachsraten. Für die Wahl des Produktionsstandortes Schwerin sei die günstige Lage zum Kaffee-Umschlagsplatz Hamburg, die vorhandenen Arbeitskräfte und die Zusammenarbeit mit den Behörden im Land ausschlaggebend gewesen. Der Bau des Werkes wird mit 22,5 Millionen Euro an staatlichen Zuschüssen gefördert. Schwerin wird neben den schon produzierenden Werken in Tutbury (Großbritannien) und Girona (Spanien) dritter und größter Produktionsstandort Nestlés für die Dolce-Gusto-Kapseln.

Die Kaffeezubereitung mit Hilfe von Kapseln ist wegen des wachsenden Verpackungsmülls umstritten. Bei jeder Tasse fällt eine Plastik- oder Aluminiumhülle als Abfall an.

Quelle: n-tv.de

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