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Streikkosten im Millionenbereich: Score begrenzt Lufthansa-Minus

Der traditionell maue Jahresauftakt für Airlines verschont auch die Lufthansa nicht. Für die ersten drei Monate meldet die Fluggesellschaft rote Zahlen. Allerdings kann sie das Defizit durch Einsparungen begrenzen.

Der Konzernumbau der Lufthansa hat den Verlust zum Jahresauftakt begrenzt. Operativ verbuchte die Fluggesellschaft ein Minus von 245 Millionen Euro, wie sie mitteilte. Vor Jahresfrist hatte sich der Fehlbetrag noch auf 359 Millionen Euro belaufen. Deutschlands größte Airline konnte dank ihres Sparprogramms Score die Kosten währungsbereinigt um 3,7 Prozent senken, wie Lufthansa-Finanzvorstand Simone Menne sagte.

Der Umsatz habe bei 6,46 Milliarden Euro gelegen, hieß es weiter. Das waren 2,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Menne sprach von einem "schwachen März", den sie unter anderem mit der kalendarischen Lage von Ostern, das ins zweite Quartal fiel, aber auch einem schwachen Nordamerika-Geschäft begründete.

Nettoverlust begrenzt

Der operative Verlust fiel aber auch wegen einer geänderten Abschreibungspolitik geringer aus. Schrieb die Gesellschaft ihre Flugzeuge bislang über 12 Jahre auf 15 Prozent des Kaufpreises ab, ist es künftig ein Zeitraum von 20 Jahren und 5 Prozent des Kaufpreises. Mit der Änderung der Abschreibungspolitik trägt die Lufthansa dem Umstand Rechnung, dass die Maschinen zum einen länger fliegen, die Preise für Gebraucht-Flugzeuge aber auch gesunken sind.

Unter dem Strich stand nach den ersten drei Monate ein Verlust von 252 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es noch 458 Millionen Euro. "Wir haben uns in einem schwierigen Marktumfeld gut behauptet," sagte Menne. Belastend hätten sich zudem die Streiks aber auch Zahlungsausfälle in Venezuela ausgewirkt, sagte Menne.

Prognose bestätigt

Rückenwind hatte Lufthansa im Berichtsquartal auch durch gesunkene Spritpreise, die ein dominanter Kostenblock bei Fluggesellschaften sind. Für das laufende Jahr rechnet Lufthansa mit Treibstoffkosten von nunmehr 6,7 Milliarden Euro, 100 Millionen Euro weniger als noch bei der Schätzung ein Quartal zuvor.

Damit verfehlte die Airline jedoch die Markterwartungen. Analysten hatten bei 6,57 Milliarden Euro Umsatz mit einem operativen Minus von 234 Millionen Euro gerechnet.

Im Gesamtjahr strebt der Vorstand weiterhin ein operatives Ergebnis von 1,3 Milliarden bis 1,5 Milliarden Euro an. Airlines fahren im reiseschwachen Jahresauftaktquartal meist rote Zahlen - Geld wird erst in der Sommer-Hochsaison verdient.

Quelle: n-tv.de

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