Wirtschaft
Blick auf das Zentralbankgebäude in Peking.
Blick auf das Zentralbankgebäude in Peking.(Foto: REUTERS)

Wachstumsmotor läuft nicht rund: Senkt China die Zielmarke?

7,5 Prozent Wachstum hat die chinesische Regierung für 2013 als Ziel ausgegeben. Dieses wird wohl mit Ach und Krach erreicht. Für dieses Jahr könnte man in Peking die Hürde tiefer hängen und mit vagen Aussagen aufwarten. Entschieden ist noch nichts.

China dürfte sein eigenes Wachstumsziel im vergangenen Jahr nur knapp geschafft haben. Möglicherweise wird die Regierung in Peking ihre Zielmarke für 2014 jetzt senken. Im vierten Quartal ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) voraussichtlich um 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen und damit 0,2 Prozent weniger als im dritten Quartal, wie aus einer Umfrage des "Wall Street Journal" hervorgeht.

Für das Gesamtjahr würde sich das Wachstum demnach auf 7,6 Prozent belaufen - und damit die Zielvorgabe von 7,5 Prozent haarscharf erfüllen. Die Veröffentlichung offizieller BIP-Zahlen steht zusammen mit anderen wichtigen Daten wie der Industrieproduktion und den Anlageinvestitionen am kommenden Montag an.

Eine Vielzahl an Daten legt nahe, dass sich das Wirtschaftswachstum im Dezember auf breiter Front verlangsamt hat. Die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor sind beide gesunken, genauso wie ihre Pendants von HSBC. Es ist das erste Mal seit April 2013, dass alle vier Indizes gleichzeitig gefallen sind.

Das Wachstum der Industrieproduktion ist laut der Umfrage des Wall Street Journals voraussichtlich von 10 Prozent im November auf 9,8 Prozent im Dezember zurückgegangen. Die Anlageinvestitionen wuchsen demnach im Gesamtjahr um 19,8 Prozent. Im Zeitraum von Januar bis November waren es 19,9 Prozent. Grund für den Rückgang ist die sinkende Investitionsbereitschaft der Unternehmen.

Derzeit wird heftig diskutiert, ob die chinesische Regierung das BIP-Ziel für 2014 etwas niedriger ansetzen wird oder mit einer vagen Aussage von "einer Spanne zwischen 7 und 7,5 Prozent" operieren wird. Möglicherweise ist die Entscheidung längst gefallen, doch die Marschroute wird wohl kaum vor dem Jahresparteitag der Kommunistischen Partei Chinas im März offiziell ausgegeben.

Schwächere Zuwachsraten beim Außenhandel möglich

Die Pekinger Regierung schließt nicht aus, dass das Außenhandelswachstum in diesem Jahr geringer ausfällt als 2013. Man sei vorsichtig optimistisch, was den Ausblick für das Gesamtjahr angehe, sagte ein Sprecher des Handelsministeriums. Es könne aber schwierig werden, 2014 die Zuwachsraten des Vorjahres zu übertreffen. In den ersten drei Monaten könne das Export- und Importwachstum voraussichtlich volatil sein.

2013 legte der gesamte Außenhandel - Exporte und Importe zusammen - um 7,6 Prozent zu. Damit wurde das von der Regierung des Exportweltmeisters ausgegebene Wachstumsziel von acht Prozent verfehlt, wie das Handelsministerium vergangene Woche mitgeteilt hatte. Ein Grund war der schwache Jahresausklang.

Quelle: n-tv.de

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