Wirtschaft
Der "Verein für Flörsheim e.V." hatte eigene Fluglärmmessungen vorgenommen.
Der "Verein für Flörsheim e.V." hatte eigene Fluglärmmessungen vorgenommen.(Foto: picture alliance / dpa)

Frankfurter flüchten vor dem Fluglärm: Siedler verscherbeln ihre Häuser

Wohnen in der Einflugschneise? Nein, danke! So sehen das hunderte Immobilienbesitzer in Flörsheim westlich von Frankfurt. Sie nutzen das sogenannte Casa-Programm der Fraport AG und verkaufen ihr Häuschen an den Flughafenbetreiber. Der vermietet die Immobilie.

Bei einer der zahlreichen Protestaktionen gegen den Fluglärm in Flörsheim.
Bei einer der zahlreichen Protestaktionen gegen den Fluglärm in Flörsheim.(Foto: picture alliance / dpa)

Seit Eröffnung der neuen Landebahn am Frankfurter Airport haben mehr als 130 lärmgeplagte Anwohner ihr Haus an die Flughafenbetreiber verkauft. Nach Angaben der Fraport AG liegen 219 weitere Anträge von Anliegern vor, die ihre Immobilie beim sogenannten Casa-Programm abstoßen wollen. Bislang seien rund 26 Millionen Euro für Häuser und Wohnungen ausgegeben worden. Vor 14 Monaten war die neue Nordwest-Landebahn in Betrieb genommen worden.

Die gekauften Häuser - hauptsächlich in Flörsheim westlich von Frankfurt - vermietet Fraport weiter. Der Leerstand beträgt nach Unternehmensangaben rund 10 Prozent. Die meisten Immobilien werden neu bezogen, etwa jede fünfte werde an den alten Besitzer zurückvermietet. Gehandelt werde mit den erworbenen Häusern und Wohnungen nicht. "Die Immobilien bleiben im Bestand", sagte Fraport-Sprecher Dieter Hulick.

Seit Eröffnung der Nordwest-Landebahn im Oktober 2011 kauft Fraport Immobilien in den neuen Einflugschneisen. Ein Verkaufsrecht wird Hausbesitzern eingeräumt, die ihre Immobilie vor dem 10. Juni 2002 erstanden haben. Von diesem Tag an sei der Bau der neuen Landebahn vorhersehbar gewesen. Pro Immobilie investiert Fraport nach eigenen Angaben durchschnittlich 200.000 Euro.

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Quelle: n-tv.de

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