Wirtschaft
Der Himmel lockert sich für Siemens etwas auf - aus Riad kommt eine Milliardenauftrag.
Der Himmel lockert sich für Siemens etwas auf - aus Riad kommt eine Milliardenauftrag.(Foto: REUTERS)

Milliardenauftrag aus Saudi-Arabien: Siemens baut führerlose U-Bahn in Riad

In turbulenten Zeiten kann Siemens einen großen Auftrag abschließen: Die Münchener Teil sind eines Konsortiums zum Bau eines U-Bahnnetzes in der Hautstadt Saudi-Arabiens. Damit kann das Unternehmen seine Stellung in dem Königreich ausbauen.

Der Technologiekonzern Siemens hat einen Milliardenauftrag aus Saudi-Arabien an Land gezogen. In der Hauptstadt Riad sollen die Münchner eine fahrerlose U-Bahn bauen, wie der Konzern mitteilte. Die Bestellung hat ein Volumen von 1,5 Milliarden Euro. Siemens liefert zwei von sechs geplanten Linien samt Signaltechnik und 74 Zügen für die Metropole. Mit im Konsortium seien die US-Firma Bechtel und die örtlichen Bauunternehmen Almabani und Consolidated Contractors Company. Die Metro soll 2018 ihren Betrieb aufnehmen.

Das Konsortium hatte den Auftrag im Volumen von umgerechnet 7,5 Milliarden Euro bereits Ende Juli mitgeteilt. Nun seien die Verträge unter Dach und Fach gebracht worden, sagte ein Konzernsprecher. Saudi-Arabien entwickelt sich für Siemens zu einem immer wichtigeren Markt. Zuletzt lieferte der Konzern vor allem Energietechnik in das Königreich und brach so die Dominanz der amerikanischen GE, die dort lange der Stammlieferant von Großtechnik war.

Stadt hat massive Verkehrsprobleme

Der U-Bahnauftrag ist den Angaben zufolge die bisher größte Bahntechnikorder aus der Region für Siemens. "Mit sechs Linien und 175 Kilometern Streckenlänge plant Riad das größte Metro-Projekt der Welt. Der Baubeginn ist für 2014 geplant. In den Stoßzeiten soll alle 90 Sekunden eine Bahn kommen und so 21.000 Menschen pro Stunde befördern. Die Züge vom Typ Inspiro bekommen eine extra große Klimaanlage, um die Hitze der arabischen Halbinsel für die Fahrgäste erträglich zu machen.

Das Königreich hofft, mit den U-Bahnen die chronisch verstopften Straßen der mit 4,7 Millionen Einwohnern bevölkerten Stadt zu entlasten. Die Metro soll auch ein weiteres Problem lösen: Da Frauen in Saudi-Arabien nicht Auto fahren dürfen, sollen sie mit der Metro eine Möglichkeit bekommen, zur Arbeit oder zur Universität zu kommen. Dafür sind separate Waggons vorgesehen, die dann Frauen nutzen können.

In Deutschland hatte Siemens zuletzt mit Zulassungsproblemen für seine neue ICE-Flotte zu kämpfen. Die Züge für die Deutsche Bahn kommen mehr als ein Jahr später als geplant.

Quelle: n-tv.de

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