Wirtschaft
Vaio ist Sony - noch.
Vaio ist Sony - noch.(Foto: REUTERS)

Gerüchte treiben Aktienkurs: Sony will Computersparte loswerden

Panasonic und Sharp machen es vor: Die beiden japanischen Elektronikriesen bauen sich derzeit um, fokussieren ihre Geschäfte neu - und machen so wieder Gewinn. Sony versucht das auch, mit einer einschneidenden Wendung.

Der japanische Unterhaltungselektronikkonzern Sony will sich offenbar völlig neu aufstellen. Das Unternehmen plant einem Medienbericht zufolge, sich stärker auf den Smartphone-Markt zu konzentrieren und dafür das kriselnde Computergeschäft abzustoßen. Bei den Anleger kommt der mögliche Kurswechsel an, der Aktienkurs legt deutlich zu. Um rund 4 Prozent verteuerten sich die Titel an der Tokioter Börse.

Weder Sony noch der Investmentfonds namens Japan Industrial Partners wollten sich zu den Informationen äußern.

Sony verhandele derzeit mit dem Investmentfonds Japan Industrial Partners über einen Verkauf des Geschäftszweigs mit der Marke Vaio, berichtete die Tageszeitung "Nikkei". Der Preis werde auf 40 Milliarden bis 50 Milliarden Yen (rund 300 Millionen bis 360 Millionen Euro) geschätzt. Sonys PC-Sparte zählt rund 1000 Beschäftigte. Der Verkauf werde dazu führen, dass Sony im Geschäftsjahr bis Ende März erstmals seit zwei Jahren einen Nettoverlust verbucht, hieß es in dem Bericht weiter.

 

Sony war in den 1980er Jahren mit Unterhaltungselektronikprodukten wie dem legendären Walkman der Aufstieg zur Elektronik-Ikone gelungen. Auch mit der Spielekonsole Playstation haben die Japanern einen Coup gelandet. 1996 startete dann das Vaio-Computergeschäft. Auf dem Höhepunkt verkaufte Sony knapp neun Millionen PCs und Laptops im Jahr. Im laufenden Geschäftsjahr dürfte der Absatz laut "Nikkei" auf knapp sechs Millionen Geräte fallen.

Ein Beispiel, das Schule macht

Der japanische Sender NHK hatte bereits am Wochenende berichtet, dass Sony mit dem chinesischen Computerkonzern Lenovo über ein Joint Venture berät, um das Vaio-Auslandsgeschäft zu übernehmen. Sony nannte den Bericht ungenau, räumte aber ein, derzeit verschiedene Optionen für Vaio zu prüfen.

Damit geht Sony einen ähnlichen Weg wie die beiden anderen großen japanischen Elektronikkonzerne Sharp und Panasonic. Die rutschten dank ihrer schwächelnden TV-Geräte-Bereiche in die Verlustzonen. Der Konkurrenzdruck vor allem aus Südkorea war zu groß. Die beiden Konzerne kündigten einen Umbau an, sie trennten sich von den Bereichen - und schrieben jetzt erstmals wieder schwarze Zahlen. Auch sie konzentrieren sich auf den Smartphone-Bereich, als Hersteller (Panasonic) und Zulieferer (Sharp).

Quelle: n-tv.de

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