Wirtschaft
Video

50 Milliarden Dollar für die Deutsche Telekom?: Sprint macht sich bereit

Die Zeiten, wo die US-Tochter das Sorgenkind der Deutschen Telekom war, sind längst vorbei. Ein Verkauf von T-Mobile US könnte die Mutter nun auf einen Schlag entschulden. Das schürt die Gerüchteküche.

Um die US-Mobilfunktochter der Deutschen Telekom gibt es neue Übernahmespekulationen. Laut "Wall Street Journal Deutschland" hat der T-Mobile-US-Konkurrent Sprint von mindestens zwei Banken Finanzierungsvorschläge für eine Übernahme erhalten. Der Kaufpreis werde dabei mit rund 50 Milliarden Dollar kalkuliert. Details für ein mögliches Gebot stünden aber noch nicht fest, hieß es unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Sprint wird Interesse an T-Mobile US nachgesagt. Daneben nimmt unter anderem auch der US-Satelliten-Fernsehanbieter Dish nach Reuters-Informationen den Telekom-Ableger ins Visier. Der ist an der Börse derzeit etwa 26 Milliarden Dollar wert.

"Steuersparmodell" als Fingerzeig?

Auch die Telekom selbst schürte zum Wochenschluss Spekulationen, ein Verkauf von T-Mobile US könnte näher rücken. Die Bonner teilten mit, ihren Anteil an der Tochter von einer deutschen auf eine niederländische Holding zu übertragen. Sie begründete dies mit einer internen Neugliederung zur Vereinfachung der Geschäftsstrukturen. Als etwas anderes sollte dieser Schritt nicht betrachtet werden.

Analyst Walter Piecyk vom Brokerhaus BTIG vermutete hinter dem Schritt ein Steuersparmodell, das mit einer möglichen Veräußerung des US-Geschäfts in Verbindung stehen könnte. "Die Niederlande behandeln Unternehmensverkäufe steuerlich günstig." Auch Vodafone halte seinen 45-prozentigen Anteil an Verizon Wireless, den die Briten an den Partner Verizon  verkaufen, in den Niederlanden und könnte wohl eine steuerlich günstige Transaktion erwarten.

Im Rahmen der neuen Struktur werden auch die Aktivitäten der Telekom in Ungarn und Tschechien auf die niederländische Deutsche Telekom Holding B.V. übertragen.

T-Mobile US heiß begehrt

Die Telekom hält noch 67 Prozent der Aktien des börsennotierten Ablegers T-Mobile US, will sich aber über kurz oder lang aus dem hart umkämpften amerikanischen Markt zurückziehen. Das einstige Sorgenkind hat sich derweil gemausert und lockt scharenweise Kunden an. Die Bonner steckten Milliarden in die Sanierung. Das löchrige Funknetz wurde ausgebaut, neue Billig-Tarife eingeführt und der Rivale MetroPCS geschluckt.

Nachdem der geplante Verkauf für 39 Milliarden Dollar an den Branchenriesen AT&T Ende 2011 an der Gegenwehr der Kartellbehörden gescheitert war, bringen sich alte und neue Interessenten für T-Mobile US in Stellung: Konkurrent Sprint ist seit Jahren an einer Fusion interessiert. Top-Manager beider Firmen hatten immer wieder betont, dass eine Konsolidierung nötig sei, um gegen Verizon und AT&T zu bestehen.

Insidern zufolge ist auch der amerikanische Satelliten-Fernsehanbieter Dish an der Telekom-Tochter dran. Vermutlich wären die Bedenken der US-Kartellbehörden bei Dish geringer, weil das Unternehmen bislang nicht im Mobilfunkmarkt aktiv ist. Experten sehen hingegen größere Probleme bei einem Zusammenschluss von T-Mobile und Sprint, weil deren Marktmacht dadurch steigen würde.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen