Wirtschaft
leine Autos, große Probleme: PSA
leine Autos, große Probleme: PSA(Foto: REUTERS)

Milliarden für VW-Konkurrenten: Staat hilft Peugeot-Citroen

Frankreich ist bereits mit 15 Prozent am Autobauer Renault beteiligt. Nun winkt auch ein Einstieg beim heimischen Konkurrenten Peugeot-Citroen, denn PSA kämpft offenbar nicht nur mit einer Absatzkrise und Überkapazitäten, sodern wohl auch mit einem Kapitalproblem. Der Staat könnte mit einem Milliardenbetrag einspringen, knüpft daran aber harte Bedingungen. Bei VW wird man hellhörig.

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Der tief in einer Absatzkrise steckende französische Autobauer Peugeot Citroen (PSA) bekommt Hilfe vom Staat. Insidern zufolge erhält der Konzern Garantien in Milliardenhöhe. Es gehe um 5 Mrd. bis 7 Mrd. Euro, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person. Mit Hilfe der Garantien könnte Peugeot Autokäufern etwa günstige Kredite anbieten.

Die Regierung knüpft die Unterstützung jedoch an Job-Garantien und Mitsprache. Der VW-Aktionär Niedersachsen will angeblich bei der EU gegen die Hilfen vorgehen, da sie Peugeot unfaire Wettbewerbsvorteile verschaffen könnten.

Belastet durch hohe Produktionskosten und große Überkapazitäten verliert Peugeot im Preiskampf auf dem schwächelnden Automarkt in Europa gegen Rivalen wie Volkswagen immer mehr an Boden. Nach jüngsten Herabstufungen der Kreditwürdigkeit droht der Finanzierungssparte zudem der Ramsch-Status, was Kredite teurer machen und die Wettbewerbsfähigkeit weiter verschlechtern würde. Peugeot hatte erst im Juli angekündigt, 8000 Stellen zu streichen und ein Werk zu schließen, um die Verluste in den Griffe zu bekommen.

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Das Land Niedersachen, in dem der Volkswagen-Konzern seinen Stammsitz hat, machte aus seiner ablehnenden Haltung keinen Hehl. Ein Sprecher der Staatskanzlei in Hannover sagte, Ministerpräsident David McAllister habe auf die Frage, ob er eine Überprüfung durch die EU-Kommission wegen der geplanten Staatshilfen an PSA fordere, gesagt, dass die Hilfen nicht zur Lösung der Probleme geeignet seien. McAllister ist Mitglied im VW-Aufsichtsrat.

Staat noch nicht an Peugeot beteiligt

Frankreichs Industrieminister Arnauld Montebourg machte bereits klar, dass die Regierung Hilfen für die Finanzierungssparte Banque PSA Finance an Bedingungen knüpft. Der Konzern müsse Abstand von seinem zuletzt angekündigten Stellenabbau nehmen und eine Standortgarantie für die Werke in Frankreich geben, sagte er der Zeitung "Liberation". Darüber hinaus müsse Peugeot in sein Aufsichtsgremium mehrere Arbeitnehmervertreter sowie eine Vertrauensperson der Regierung aufnehmen. Beim Rivalen Renault sitzen zwei Regierungsvertreter im Kontrollgremium. Der französische Staat ist mit 15 Prozent an Renault beteiligt, jedoch nicht an Peugeot.

Ein Teil des Rettungsplanes ist Berichten zufolge zudem, dass die Gläubiger dem Autobauer weitere Kredite im Umfang von 5 Mrd. Euro in Aussicht stellen. Wie ein Banker sagte, wollen einige Banken Peugeot auch mehr Zeit für die Rückzahlung von Schulden einräumen.  

An PSA hält der US-Autoriese General Motors derzeit einen 7-Prozent-Anteil. Er hatte mit den Franzosen eine Kooperation vereinbart, die für beide Kosteneinsparungen bringen sollte. Jüngst waren aber auch Gerüchte aufgekommen, dass GM die Autosparte von PSA mit seiner Tochter Opel fusionieren wolle.

Quelle: n-tv.de

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