Wirtschaft
Sky Deutschland geht vor allem mit seinem exklusiven Bundesliga-Rechten auf Kundenfang.
Sky Deutschland geht vor allem mit seinem exklusiven Bundesliga-Rechten auf Kundenfang.(Foto: picture alliance / dpa)

Das Finanzamt München hilft: Steuergeschenk für Sky?

Mit Verlustvorträgen können Unternehmen ihre zurückliegenden Verluste mit künftigen Gewinnen verrechnen. Sky Deutschland arbeitet zwar seit Jahren defizitär, operativ stehen aber seit zwei Quartalen schwarze Zahlen. Spekulationen über eine Übernahme durch die Mutter News Corp. werden wieder lauter. Dann könnten die Verlustvorträge aber hinfällig werden.

Seit Jahren steckt der Bezahlfernsehsender Sky Deutschland in der Verlustzone fest - doch das könnte sich dennoch lohnen. Offenbar dürfen die über Jahre angehäuften Verlustvorträge auch bei einer Änderung der Gesellschafterstruktur behalten werden. Das ist die Auffassung des Sky-Managements, nachdem das Finanzamt München dem Unternehmen die "methodische Vorgehensweise" zum Erhalt von steuerlichen Verlustvorträgen verbindlich bestätigt hat. Für den Großaktionär News Corp. könnte diese Tatsache wichtig werden, sollte er die Mehrheit an dem ehemals unter dem Namen Premiere bekannt gewordenen Unternehmen übernehmen wollen.

Die Anleger frohlocken bereits. Die Übernahmefantasien sind am derzeitigen Aktienkurs ablesbar: Die Titel zogen um rund 8 Prozent an.

Mit Verlustvorträgen können Unternehmen ihre zurückliegenden Verluste mit künftigen Gewinnen verrechnen, was die Steuerlast drückt. Fraglich war bislang, ob Sky diese Steuervorteile auch im Falle einer geänderten Beteiligungsstruktur behalten kann. News Corp, der auch die Nachrichtenagentur Dow Jones und das "Wall Street Journal" gehören, ist an Sky Deutschland derzeit mit 49,9 Prozent beteiligt.

Bei Sky Deutschland haben sich per 30. September Verlustvorträge von 2,3 Mrd. Euro aufgetürmt. 2,1 Mrd. Euro davon entfallen auf das operative Geschäft in Deutschland. Ob Sky tatsächlich die volle Höhe der Verlustvorträge nutzen kann, ist aber unklar. Das Unternehmen ist zuversichtlich, dass es sich dabei um einen "signifikanten Teil" handelt.

Operative Quartalsgewinne

Sky hat seit dem Einstieg von Rupert Murdochs News Corp vor gut vier Jahren noch nie Gewinn gemacht. Auch in der 22-jährigen Geschichte des Senders sind schwarze Zahlen rar und kamen meist durch Verkäufe von Firmenteilen oder andere Sonderfaktoren zustande. 2005 war Premiere an die Börse gegangen, drei Jahre später wurde bekannt, dass der Sender die Zahl seiner Abonnenten um eine Million geschönt hatte.

Zuletzt waren Kundenzahl, Durchschnittsumsatz und Umsatz pro Kunde gestiegen. Zwischen Juli und September erzielte das Unternehmen den zweiten operativen Quartalsgewinn in Folge seit der Umfirmierung 2009 von Premiere zu Sky Deutschland. Das Ergebnis nach Steuern blieb mit minus 16,5 Mio. Euro aber wie im Vorquartal rot.

Quelle: n-tv.de

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