Wirtschaft
Die kostensive Ölförderung in den USA ist durch den niedrigen Ölpreis besonders unter Druck geraten.
Die kostensive Ölförderung in den USA ist durch den niedrigen Ölpreis besonders unter Druck geraten.(Foto: imago/ZUMA Press)

Jedes dritte Unternehmen vor Aus: Studie sagt Sterben vieler Ölfirmen voraus

Der anhaltend niedrige Rohöl-Preis könnte die ganze Branche verändern. Jedes dritte Öl-Unternehmen stehe vor der Pleite, behauptet eine Studie der Beraterfirma Deloitte. Vor allem verschuldete Unternehmen sehen demnach kaum noch Land.

Wegen des massiven Ölpreisverfalls steht einer Studie zufolge etwa ein Drittel der Firmen in der Branche noch in diesem Jahr vor dem Aus. Von den weltweit etwa 500 untersuchten Unternehmen seien ungefähr 175 von einer Insolvenz bedroht, heißt es in einer Untersuchung der Unternehmensberatung Deloitte. Sie seien mit insgesamt mehr als 150 Milliarden Dollar verschuldet und könnten sich wegen fallender Aktienkurse über Kapitalerhöhungen kaum noch frisches Geld beschaffen.

"Diese Firmen haben zu lange gewartet, und jetzt sind sie in Gefahr zu sterben", sagte Deloitte-Experte William Snyder. "Es dreht sich alles um Liquidität." Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent kostet derzeit 35 Dollar, US-Öl notiert bei knapp 31 Dollar. Öl ist damit so billig wie seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr.

Stellen und neue Projekte werden gestrichen

Zwar könnten dank Einsparungen und technischer Fortschritte inzwischen 95 Prozent der Ölfirmen den Rohstoff für weniger als 15 Dollar fördern, erklärten die Experten. Für manche dürfte das aber nicht reichen. "2016 ist das Jahr der schwierigen Entscheidungen", sagte der bei Deloitte für die Ölbranche zuständige Manager John England. Besonders eng werde es für die Ölförderer selbst, bei Dienstleistern sehe es besser aus.

Der Ölpreisverfall brachte den großen Firmen zuletzt die schwächsten Quartalsergebnisse seit einem Jahrzehnt, BP fuhr sogar einen Rekordverlust ein. Viele Firmen haben deswegen den Abbau von Stellen angekündigt und ziehen sich aus einigen Projekten zurück.

Quelle: n-tv.de

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