Wirtschaft
John Legere, Tausendsassa im Magenta-Shirt: "Wir sind stolz, der am schnellste wachsende Mobilfunkanbieter in Amerika zu sein."
John Legere, Tausendsassa im Magenta-Shirt: "Wir sind stolz, der am schnellste wachsende Mobilfunkanbieter in Amerika zu sein."(Foto: REUTERS)

Mehr Umsatz und schwarze Zahlen: T-Mobile US sammelt Kundschaft ein

Die US-Tochter der Deutschen Telekom pocht zum Halbjahr "stolz" auf das Ergebnis. Die Zahl der Neukunden steigt, die kostspielige Werbeoffensive zahlt sich aus. T-Mobile-Chef Legere sieht sich bestens positioniert.

Die radikale Neuaufstellung der Telekom-Tochter T-Mobile US trägt Früchte. Auch im zweiten Quartal hielt dank günstigerer Tarife der starke Kundenzustrom an, der Umsatz stieg und unter dem Strich verdiente das Unternehmen auch wieder Geld.

Netto schrieb das einstige Sorgenkind des Bonner Konzerns, der rund zwei Drittel an der US-Tochter hält, nach dem zurückliegenden Quartal einen Gewinn von 391 Millionen Dollar (292 Mio. Euro). Im Vorjahreszeitraum war noch ein Verlust von 54 Millionen Dollar angefallen. Der Umsatz stieg um 15,4 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar, wie T-Mobile US wenige Stunden vor dem Handelsstart an der New Yorker Wall Street mitteilte.

"Wir sind stolz, der am schnellste wachsende Mobilfunkanbieter in Amerika zu sein", erklärte Firmenchef John Legere am Firmensitz in Bellevue im Bundesstaat Washington. Allein im vergangenen Quartal kamen 1,5 Millionen Kunden hinzu, 908.000 davon mit den besonders lukrativen Monatsverträgen. Damit kam die Telekom-Tochter Ende Juni auf insgesamt 50,5 Millionen Kunden.

T-Mobile US profitiert inzwischen von seinen Milliarden-Investitionen in den Netzausbau und einer Marketing-Offensive, um den wesentlich größeren Konkurrenten AT&T und Verzon Kunden abzuluchsen. Um den Platzhirschen Paroli zu bieten, will der Branchendritte Sprint Insidern zufolge T-Mobile - die Nummer vier in den USA - für 32 Milliarden Dollar übernehmen. Das Vorhaben dürfte aber nicht vor September umgesetzt werden. Größter Unsicherheitsfaktor könnten die Kartellbehörden sein, die einem Schulterschluss der beiden skeptisch gegenüber stehen.

T-Mobile US war mit dem Wettbewerber MetroPCS fusioniert, um Empfangslöcher in der Mobilfunkabdeckung zu schließen und besser mit den größeren Rivalen konkurrieren zu können. Die Telekom-Tochter schaffte danach die subventionierten Handykäufe ab und senkte im Gegenzug die Tarife.

Das Vorgehen begleitete Firmenchef Legere mit markigen Sprüchen gegen die Konkurrenz. Er erwartet nun im Gesamtjahr bis zu 3,5 Millionen neue Vertragskunden, nachdem er bislang von maximal 3,3 Millionen ausgegangen war.

Quelle: n-tv.de

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