Wirtschaft
Heimwerker sind die Angeschmierten: Tapetenhersteller sprechen jahrelang illegal Preise ab.
Heimwerker sind die Angeschmierten: Tapetenhersteller sprechen jahrelang illegal Preise ab.(Foto: picture alliance / dpa)

Millionenstrafe gegen Hersteller: Tapeten-Kartell leimt Verbraucher

Über Jahre sprechen die Hersteller von Tapeten die Preise ab. In der Folge müssen Heimwerker aus Sicht der Wettbewerbshüter zu viel bezahlen. Nun straft die Behörde vier führende Hersteller ab - und den Branchenverband gleich mit.

Heimwerker haben offenbar jahrelang zu viel für Tapeten bezahlt. Das Bundeskartellamt verhängte gegen vier führende Hersteller und ihren Branchenverband wegen unerlaubter Preisabsprachen Bußgelder in Höhe von 17 Millionen Euro. Der Verband der Deutschen Tapetenindustrie habe die Absprachen der Hersteller aktiv unterstützt.

Zwischen 2005 und 2008 hätten die Unternehmen zu Lasten ihrer Kunden Preiserhöhungen abgesprochen, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Die Firmen verständigten sich demnach auf Verbandstagungen über Preiserhöhungen.

Einspruch möglich

Betroffen sind demnach die A.S. Création Tapeten, Pickhardt + Siebert (beide Gummersbach), die Marburger Tapetenfabrik (Kirchhain), Erismann (Breisach) und der Verband der Deutschen Tapetenindustrie (VDT). Allein auf die börsennotierte A.S. Création entfielen 10,5 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte.

Ausgelöst wurden die Ermittlungen der Kartellbehörden durch einen Kronzeugenantrag der Tapetenfabrik Rasch aus Bramsche, die dafür in den Genuss einer Bonusregelung kam und ohne Geldbuße blieb.

Die illegalen Absprachen sollen zu Preiserhöhungen für Tapeten zwischen fünf und sechs Prozent geführt haben. Laut Kartellamt kann gegen drei der fünf Bußgeldbescheide noch Einspruch eingelegt werden, über den das Oberlandesgericht Düsseldorf zu entscheiden hätte.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen