Wirtschaft
Die Telekom musste sich als "Drosselkom" verspotten lassen.
Die Telekom musste sich als "Drosselkom" verspotten lassen.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Drosseltarife heißen künftig anders: Telekom definiert Flatrates neu

Die Telekom will bei DSL-Tarifen mit Volumenbegrenzung den Begriff Flatrate streichen. Damit verzichtet der Konzern, gegen ein Gerichtsurteil in Berufung zu gehen. Für Bestandskunden ist das eine gute Nachricht, doch Neukunden müssen wohl mehr bezahlen.

Die Deutsche Telekom wird Medienberichten zufolge künftig nur DSL-Tarife ohne Beschränkung des Datenvolumens als Flatrate bezeichnen. Der Konzern reagiert damit auf ein Urteil des Kölner Landgerichts, das ihm verboten hatte, bei DSL-Flatrates ab einem bestimmten genutzten Datenvolumen das Übertragungstempo zu drosseln. Die Telekom werde gegen dieses von der Verbraucherzentrale NRW erwirkte Urteil entgegen erster Reaktionen keine Berufung einlegen, hieß es. Das Gericht hatte für die Tarife "Call&Surf" und "Entertain" die Drosselung untersagt, wie die Angebote als "Flatrate" verkauft worden waren.

In Zukunft will die Telekom einerseits DSL-Tarife mit klar definierten Obergrenzen beim Datenvolumen für ungebremste Verbindungen vermarkten. Echte Flatrates ohne Volumengrenze soll es weiterhin geben - allerdings zu höheren Preisen. "Wir wollen insgesamt transparenter und kundenfreundlicher werden", heißt es bei der Telekom intern. Offiziell wollte der Konzern die Berichte nicht kommentieren und verwies auf einen Pressetermin am Montag.

"Sieg für die Verbraucher"

Die Telekom hatte im April angekündigt, ab 2016 die Geschwindigkeit von Internet-Pauschaltarifen zu drosseln, wenn eine bestimmte Datenmenge verbraucht wurde. Dies sollte etwa Kunden betreffen, die sich aus dem Netz viele Filme herunterladen. Wer sich mehr Daten in gewohnter Geschwindigkeit holen will, sollte eine Extra-Gebühr bezahlen. Die Pläne für eine Einschränkung der Surfgeschwindigkeit hatten für viel Wirbel gesorgt, das Unternehmen wurde als "Drosselkom" verspottet.

Klaus Müller, Chef der Verbraucherzentrale NRW, sprach in der "Rheinischen Post" von einem "Sieg für die Verbraucher." Ihr Rechtsanwalt Thomas Bradler kritisierte dagegen im "Focus" die Reaktion des Konzerns: "Sollte die Telekom lediglich vorhaben, gedrosselte DSL-Verträge künftig nicht mehr "Flatrate", sondern einfach anders zu benennen, so wäre das juristisch bedenklich und keinesfalls ausreichend." Telekom-Kunden könnten dann weiterhin darauf pochen, dass eine monatliche Volumenbegrenzung unwirksam ist, solange ein ursprünglich gebuchter Tarif als Flatrate verkauft wurde.

Quelle: n-tv.de

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