Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Aldi-Konkurrent in Bedrängnis: Tesco unterläuft gravierender Rechenfehler

In ihrem Heimatmarkt steht die britischen Supermarktkette Tesco bereits gewaltig unter Druck durch die deutsche Discount-Konkurrenz. Nun muss der Einzelhändler auch noch einen Fehler bei der Gewinnprognose einräumen. Die Aktie stürzt ab.

Der größte britische Einzelhändler Tesco hat wegen Fehlern in seiner Bilanz erneut die Gewinnerwartungen zurückgeschraubt. Der Gewinn im ersten Halbjahr werde voraussichtlich um 250 Millionen Pfund (knapp 320 Millionen Euro) geringer ausfallen, teilte der Aldi- und Lidl-Konkurrent mit. Es ist das dritte Mal in diesem Jahr, dass der Konzern seine Prognose nach unten revidiert. An der Londoner Börse verloren Tesco-Papiere am Montag etwa acht Prozent.

Tesco räumte ein, bei einer Gewinnwarnung am 29. August von falschen Daten ausgegangen zu sein. So sei der erwartete Gewinn für das erste Geschäftshalbjahr irrtümlich 23 Prozent höher angegeben worden. Aufgefallen sei der Fehler bei den Vorbereitungen der Bilanz, deren Veröffentlichung für den 1. Oktober geplant war. Diese werde nun auf den 23. Oktober verschoben.

Aldi und Lidl setzen Tesco hart zu

Der Einzelhändler hatte zuletzt die Prognose für das Gesamtjahr von 2,4 bis 2,5 Milliarden Pfund kassiert. Als Grund für die Gewinnwarnung wurde an der Börse vor allem die erfolgreiche Expansionsstrategie von Aldi und Lidl gesehen. Angesichts des zunehmend harten Konkurrenzkampfes in der Lebensmittelbranche hatte der Konzern auch angekündigt, die Zwischendividende zu kürzen und die Investitionen zu senken.

"Der Chairman und ich haben schnell reagiert und eine umfangreiche, unabhängige Untersuchung eingeleitet", erklärte der neue Tesco-Chef Dave Lewis nach Bekanntwerden des aktuellen Rechenfehlers. Er hatte den Job diesen Monat übernommen und angekündigt, alle Aspekte zu überprüfen, um die Wettbewerbsposition zu verbessern und den Aktionären attraktive, nachhaltige Renditen zu liefern. Eigentlich sollte der ehemalige Unilever-Manager Lewis den Job erst zum 1. Oktober antreten.

Er hatte Philip Clarke abgelöst, der im Juli nach drei Jahren an der Spitze seinen Rücktritt angekündigt hatte. Clarke war es nicht gelungen, dem Geschäft  von Tesco auf dem Heimatmarkt angesichts des sich rapide ändernden Umfeldes im Einzelhandel wieder auf die Beine zu helfen. Wegen der Konkurrenz durch Aldi und Lidl mussten große britische Supermarktketten ihre Preise senken, um Kunden zu halten.

Quelle: n-tv.de

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