Wirtschaft
Abgasfreier Fahrspaß: Umweltbewusstsein und Beschleunigung gehen bei Tesla Hand in Hand.
Abgasfreier Fahrspaß: Umweltbewusstsein und Beschleunigung gehen bei Tesla Hand in Hand.(Foto: picture alliance / dpa)

Schwacher Absatz, starker Umsatz: Tesla Motors zieht mächtig an

Durchmischte Daten aus Kalifornien: Der Sportwagen-Hersteller Tesla - der erste und bislang einzige, der ausschließlich auf E-Antriebe setzt - kann seinen Umsatz im dritten Quartal deutlich ausbauen. Der Absatz bleibt hinter den Erwartungen zurück.

Der Elektroautobauer Tesla Motors schickt Anleger durch ein Wechselbad der Gefühle: Die Firma lieferte im dritten Quartal weniger Wagen aus als erwartet, präsentierte jedoch nach Börsenschluss in den USA bei einzelnen Eckwerten der aktuellen Zwischenbilanz überraschend starke Zahlen.

Im zurückliegenden Dreimonatszeitraum stieg der Gewinn - bereinigt um Sondereffekte - demnach deutlich an. Da die Produktionskapazitäten infolge der guten Geschäfte ausgebaut und auch die Entwicklungsausgaben gestiegen seien, habe sich allerdings der operative Verlust auf 75 Millionen Dollar nahezu verdoppelt, hieß es. Beim Umsatz beschleunigt Tesla wiederum im prozentual zweistelligen Bereich.

In den drei Monaten von Juli bis September konnte der visionäre Autobauer 7785 Fahrzeuge an Kunden übergeben und blieb damit zum Leidwesen der Analysten leicht unter den hohen Erwartungen, die Firmenchef Elon Musk zuvor geschürt hatte. Der schillernde Tech-Milliardär hatte sich bis zuletzt vehement gegen Spekulationen gewehrt, der Absatz könne ins Stocken geraten.

Für das zurückliegende Quartal hatte der Autobauer einen Absatz von 7800 Elektroautos angepeilt. Tesla ist für seine verbesserten Ausblicke zur Fahrzeugauslieferung bekannt. Doch diesmal hatte Tesla ursprünglich mit 9500 Einheiten gerechnet. Die Prognose war angesichts einer Werksschließung zur Installation neuer Technik im Juli nicht zu halten und musste nach unten korrigiert werden. Die vorübergehende Stilllegung habe länger als erwartet gedauert, teilte Tesla nun mit, daher hätten sich die Auslieferungen in der dritten Periode schwächer entwickelt als geplant.

Vor diesem Hintergrund räumte Tesla nun ein, auch im laufenden Jahr nur noch mit insgesamt 33.000 ausgelieferten Wagen zu rechnen. Das wären zwar immer noch 50 Prozent mehr als 2013, doch zuletzt hatte die Vorhersage noch bei 35.000 gelegen.

Dafür steigerte das Unternehmen den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 55 Prozent auf 932 Millionen Dollar (747 Millionen Euro). Der bereinigte Gewinn fiel mit 3 Millionen Dollar höher aus als an der Wall Street angenommen.

Tesla-Aktie schnellt in die Höhe

Am Ausblick für 2015 hält Tesla fest. So sollen wöchentlich bis zu 2000 Fahrzeuge ausgeliefert werden - aufs Jahr hoch gerechnet könnte so rein rechnerisch knapp 100.000 Einheiten abgesetzt werden. Die Aktie schwankte nachbörslich heftig, notierte aber zuletzt mit fast 8 Prozent im Plus.

Tesla gilt als Pionier der Branche. Im Sportwagen-Design kann das Model S laut Firmenangaben bis zu 480 Kilometer weit fahren. Der frische Quartalsbericht dürfte Analysten und Anlagestrategen reichlich neuen Gesprächsstoff liefern. Erst im Oktober hatte Tesla Daimler und Toyota  als Anteilseigner verloren. Beide wollen aber weiter mit dem US-Konzern zusammenarbeiten.

Einige Analysten vermuten, dass Daimler wegen der wachsenden Rivalität zu dem erfolgreichen Quereinsteiger auf Distanz geht. Tesla-Chef Musk, der mit dem inzwischen zu Ebay gehörenden Internet-Bezahldienst Paypal reich wurde, hatte Tesla 2003 gegründet und 2010 an die Börse gebracht.

Quelle: n-tv.de

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