Wirtschaft
Porsche-Chef Müller in einem Porsche 918 Spyder hybrid. Darauf setzt der Zuffenhausener Sportwagenbauer.
Porsche-Chef Müller in einem Porsche 918 Spyder hybrid. Darauf setzt der Zuffenhausener Sportwagenbauer.(Foto: REUTERS)

Wer will schon Elektroautos?: Tesla-Verluste amüsieren Porsche-Chef

Tesla gilt als Elektroauto-Pionier. Geld verdient das Unternehmen bisher nicht - im Gegenteil: Der Verlust verdreifacht sich im abgelaufenen Quartal. Grund genug für Häme aus der Branche.

Der Elektro-Autobauer Tesla findet beim Sportwagenhersteller Porsche wenig Anklang - und wenig Beachtung. Er schaue kaum auf die Entwicklungen beim Startup aus dem Silicon Valley, sagte Porsche-Chef Matthias Müller in einem Interview. Er setzte sogar noch einen drauf: Die jüngsten Verluste der noch jungen Firma seien Grund genug, den Rivalen rundherum zu ignorieren.

Genüsslich zitiert Müller aus den Quartalszahlen von Tesla. Der Verlust weitete sich trotz eines Rekordabsatzes des Model S und eines insgesamt kräftig gestiegenen Umsatzes aus. Das Erlösplus betrug rund 50 Prozent. Der Verlust verdreifachte sich aber auf rund 154 Millionen Dollar.

Tesla eine "Zocker-Wette"

Analysten und Autoexperten stellen deshalb in Frage, ob Tesla und Gründer Elon Musk überhaupt noch über ausreichend Barreserven verfügen. Teslas baldige Markteinführung des neuen SUV mit Namen X müsse makellos gelingen, heißt es. Die Barmittel Teslas sanken binnen eines Jahres von 2,4 auf 1,5 Milliarden Dollar. "Sollte das Geld knapp werden, könnte er sich am Aktienmarkt erneut welches besorgen, also seine Aktionäre erneut zur Kasse bitten", ist sich n-tv.de Autoexperte Helmut Becker sicher.

Becker hält die Aktie für eine "Zocker-Wette". Trotz der eher ernüchternden Zahlen war der Elektro-Autobauer am Donnerstag an der Börse immer noch 30 Milliarden Dollar wert. Einige Marktteilnehmer schauen genau darauf, was Musk als Nächstes tun wird. Sie beobachten durchaus Erfolge Teslas bei betuchten Autokäufern, die sich für einen schnellen Sportwagen interessieren, der zugleich umweltfreundlich ist.

Porsche verfolgt einen anderen Ansatz als Tesla. Die Deutschen setzen auf Hybrid-Technologie. Von Musk erwarten sie keine Tipps und Hinweise. "Ich kann nichts über Tesla sagen. Darüber weiß ich nichts", räumt Müller ein. Müller gilt als Favorit auf die Nachfolge von Martin Winterkorn an der Spitze des Volkswagen-Konzerns. Porsche ist ein Tochterunternehmen der Wolfsburger.

Technik mit "Kinderkrankheiten"

Wettbewerber belächeln Tesla gelegentlich. Die Massenproduzenten halten die Marke für etwas, das nur Menschen mit sehr tiefen Taschen wirklich offensteht. Aber Tesla nicht zu beachten, ist etwas anderes, als den Markt für Elektroautos komplett zu ignorieren.

"Ohne Zweifel wird es in Zukunft viele batteriebetriebene Autos geben, aber die große Frage ist, wann", meint Müller. Die Technologie habe noch viele Kinderkrankheiten. Hohe Kosten, Mangel an Infrastruktur und zu geringe Reichweite seien allesamt Probleme, mit denen die Branche zu kämpfen habe. Die Industrie und die nationalen Regierungen müssten an einem Strang ziehen, um diese Schwierigkeiten anzupacken.

Quelle: n-tv.de

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