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Preissprung bei Kartoffeln und Butter: Teure Lebensmittel treiben gefühlte Inflation

Was wohl jeder Bundesbürger bereits ahnt, belegt nun eine Berechnung der UniCredit: Die Teuerung liegt - gefühlt - deutlich über dem vom Statistischen Bundesamt errechneten Wert. Der Grund ist einfach.

Die offizielle Teuerungsrate liegt noch unter der Zwei-Prozent-Marke, dennoch ist die Inflation in der Wahrnehmung der deutschen Verbraucher deutlich höher. Nach Berechnungen der Großbank UniCredit lag die sogenannte gefühlte Inflation im Juli auf dem Jahreshoch von 2,9 Prozent. Der vom Statistischen Bundesamt berechnete offizielle Wert betrug nur 1,9 Prozent.

"Treiber sind die höheren Lebensmittelpreise", sagte der Deutschland-Chefvolkswirt von UniCredit, Andreas Rees. Dadurch liegt die gefühlte Inflation über ihrem langjährigen Mittel von 2,5 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht die Preisstabilität bis zu einer Teuerung von 2 Prozent gewährleistet.

Kartoffelpreise: plus 44 Prozent

Im Unterschied zum Statistikamt gewichten die UniCredit-Ökonomen die untersuchten Waren nach ihrer Kaufhäufigkeit. "Da Obst, Gemüse und andere Nahrungsmittel regelmäßig gekauft werden, fallen den Verbrauchern die Preiserhöhungen hier besonders stark auf", sagte Rees. Preissenkungen bei langlebigen Gütern wie Computern werden dagegen weniger beachtet, da diese Waren nur selten gekauft werden.

Nach der offiziellen Statistik kosteten Nahrungsmittel durchschnittlich 5,7 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Das ist der kräftigste Anstieg seit fast fünf Jahren. Paprika verteuerte sich um 48 Prozent, Kartoffeln um 44 Prozent und Butter um 31 Prozent. Verantwortlich dafür sind Missernten nach den Wetterkapriolen der vergangenen Monate, aber auch eine wachsende Nachfrage in vielen Schwellenländern.

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Quelle: n-tv.de

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