Wirtschaft
ThyssenKrupp will sich stärker vom Stahlgeschäft lösen.
ThyssenKrupp will sich stärker vom Stahlgeschäft lösen.(Foto: REUTERS)

Stahlriese war gestern: ThyssenKrupp-Umbau nimmt Formen an

Das abgelaufene Jahr bringt ThyssenKrupp Milliardenabschreibungen und tiefrote Zahlen. Schuld ist das konjunkturabhängige Stahlgeschäft. Konzernchef Hiesinger ruft eine Neuorientierung aus - und macht jetzt Nägel mit Köpfen.

Der angeschlagene ThyssenKrupp-Konzern bündelt sein Geschäft im Anlagenbau. Die bislang eigenständigen Anlagenbauunternehmen würden unter dem Dach von ThyssenKrupp Industrial Solutions zusammengeführt, teilte ThyssenKrupp mit. Damit sollen "weltweite Marktchancen" im Anlagenbau besser genutzt werden. Konzernchef Heinrich Hiesinger will den lange vom Stahlgeschäft geprägten Mischkonzern stärker auf das Technologiegeschäft ausrichten.

Die deutschen Gesellschaften von ThyssenKrupp Uhde und ThyssenKrupp Resource Technologies seien mit ThyssenKrupp Industrial Solutions zu einem global aufgestellten Anlagenbauer verschmolzen worden, teilte der Stahlkonzern mit. Damit werde der Anlagenbau als ein wichtiges Wachstumsfeld gestärkt.

"Die Integration und Regionalisierung des Anlagenbaus ist ein wichtiger Baustein unserer Entwicklung hin zu einem diversifizierten Industriekonzern", erklärte Konzernchef Hiesinger. Mit über 5,6 Milliarden Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2012/2013 und rund 19.000 Mitarbeitern zähle ThyssenKrupp Industrial Solutions künftig zu den führenden Anlagenbauern.

Fünf Prozent pro Jahr

Der Konzern rechnet in diesem Geschäftsfeld mit einem deutlichen Wachstum: "Wir planen, den Umsatz von ThyssenKrupp Industrial Solutions in den kommenden Jahren um durchschnittlich mehr als fünf Prozent pro Jahr zu steigern", kündigte der Vorstandschef der Sparte, Hans Christoph Atzpodien, an.

Bislang noch schreibt ThyssenKrupp aufgrund milliardenschwerer Abschreibungen tiefrote Zahlen. Der Konzern will sich deshalb stärker vom Stahlgeschäft lösen. Das Geschäft mit dem Werkstoff Stahl ist stark konjunkturanfällig und in Europa von Überkapazitäten geprägt. Die Technologiebereiche - wie jetzt der Anlagenbau - sollen dagegen ausgebaut werden. Sie versprechen stabilere Einnahmen und höhere Renditen.

Doch die Schwierigkeiten dieses Umbaus hat Hiesinger möglicherweise unterschätzt. So stockt etwa die Teilweise Rückabwicklung des Edelstahlverkaufs. Die Trennung vom verlustreichen Stahlwerk in Brasilien ist sogar gescheitert.

Quelle: n-tv.de

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