Wirtschaft
Der Aufsichtsrat von ThyssenKrupp hat den Verkauf von Werken in Gelsenkirchen, Frankreich und Indien gestartet.
Der Aufsichtsrat von ThyssenKrupp hat den Verkauf von Werken in Gelsenkirchen, Frankreich und Indien gestartet.(Foto: picture alliance / dpa)

1800 Mitarbeiter müssen zittern: ThyssenKrupp verkauft Stahlwerke

Nach dem Mega-Verlust von fünf Mrd. Euro will der angeschlagene Stahlriese ThyssenKrupp nicht nur die defizitären Werke in Brasilien und den USA, sondern auch Fabriken in Europa verkaufen. Der Aufsichtsrat startet den Verkauf der Standorte in Gelsenkirchen, im französischen Isbergues und indischen Nashik.

Im Zuge des geplanten Konzernumbaus hat ThyssenKrupp in seiner Stahlsparte den Verkauf von Werken mit insgesamt rund 1 820 Mitarbeitern eingeleitet. Der Aufsichtsrat der betroffenen Sparte ThyssenKrupp Electrical Steel habe den vorbereitenden Maßnahmen für den Verkaufsprozess zugestimmt, teilte das Unternehmen mit. Der Produktbereich habe zuletzt mit einem "schwierigen Marktumfeld" zu kämpfen gehabt.

In Deutschland ist die Trennung vom Werk Gelsenkirchen mit rund 620 Mitarbeitern geplant. Daneben will ThyssenKrupp die Werke im französischen Isbergues mit 590 Beschäftigten und im indischen Nashik mit rund 610 Beschäftigten verkaufen. Von den geplanten Verkäufen betroffen seien ausschließlich die Standorte, in denen sogenanntes "kornorientiertes Elektroband" hergestellt werde, hieß es. Die Stahlsorte wird etwa zum Bau von Transformatoren in der Energiewirtschaft eingesetzt, sogenannte Nicht-kornorientierte Elektrobleche werden etwa zum Bau von Industriemotoren, Haushalsgeräten und Windkraftanlagen eingesetzt.

2000 Stellen fallen weg

Der Bereich "Nicht kornorientiertes Elektroband" mit knapp 720 Mitarbeitern am Standort Bochum werde dagegen nicht verkauft sondern in die Duisburger ThyssenKrupp Steel Europe AG integriert. ThyssenKrupp hatte die Trennung von 1800 Mitarbeitern durch Verkäufe in seiner Stahlsparte bereits im Februar im Rahmen des geplanten Umbaus angekündigt.

Daneben sollen 2000 Stellen beim Stahl gestrichen werden. Über den geplanten Personalabbau werde derzeit noch mit den Betriebsräten verhandelt, sagte ein ThyssenKrupp-Sprecher. Einzelheiten stünden noch nicht fest, hieß es. Die Maßnahmen sollen bis zum Geschäftsjahr 2014/15 umgesetzt sein. ThyssenKrupp will in den nächsten drei Jahren rund zwei Mrd. Euro einsparen, davon rund 500 Mio. Euro in seinem europäischen Stahlgeschäft.

Quelle: n-tv.de

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