Wirtschaft
Steilmann war erst im Oktober an die Börse gegangen.
Steilmann war erst im Oktober an die Börse gegangen.

Insolvenz besorgt Anlegerschützer: Totalverlust für Steilmann-Aktionäre befürchtet

Nach der Pleite des Modeunternehmens Steilmann könnten die Aktionäre am Ende die Leidtragenden sein. Anlegerschützer befürchten jedenfalls, dass Anteilseigner von ihrem investierten Geld keinen Cent wiedersehen werden. Die Aktie ist bereits fast nichts mehr wert.

Die Aktionäre des insolventen Modeunternehmens Steilmann sehen ihr investiertes Kapital nach Einschätzung von Anlegerschützern wohl nicht wieder. Sie müssten "mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem Totalverlust" rechnen, erklärte die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) bezeichnete die Insolvenz als eine "pure Katastrophe" für die betroffenen Anleger.

Steilmann mit Marken wie Apanage und Kapalua hatte am Mittwochabend seine Pleite bekanntgegeben. Der Vorstand sei nach umfassender Prüfung zu der Überzeugung gelangt, dass Steilmann zahlungsunfähig sei, teilte das Unternehmen mit. Bislang erfolgversprechende Sanierungsverhandlungen hätten nicht zum Ziel geführt. Daher werde der Vorstand nun "unverzüglich" den Insolvenzantrag stellen.

SdK rät Steilmann-Aktionären, sich zu organisieren

Nach Bekanntgabe der Insolvenz brach die Aktie des Modeunternehmens am Donnerstag dramatisch ein: Sie verlor zeitweise rund 90 Prozent an Wert und stand am Nachmittag bei knapp 30 Cent. Im Sog der Zahlungsunfähigkeit brach auch das Wertpapier der Adler-Modekette vorübergehend um über sieben Prozent ein, erholte sich aber wieder. Steilmann hält einen Großteil der Adler-Aktien.

Steilmann selbst war erst im Oktober an die Börse gegangen. Allerdings sammelte das Unternehmen dabei nur 8,8 Millionen Euro ein - erhofft hatte sich das Unternehmen bis zu 200 Millionen Euro. Darüber hinaus hat Steilmann sich Geld über die Ausgabe von Anleihen besorgt.

Die DSW kündigte an, die Insolvenz des Modehändlers "intensiv" zu analysieren. Es sei "nur schwer vorstellbar", dass die Führungsspitze zum Börsengang vor fünf Monaten noch nicht geahnt habe, "dass die Lage des Unternehmens derart prekär ist", erklärte Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler. Die SdK riet Steilmann-Aktionären, sich zu organisieren, um eine bestmögliche Wahrung ihrer Interessen im Insolvenzverfahren gewährleisten zu können.

Quelle: n-tv.de

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