Wirtschaft

Gefährliches Gaspedal-Problem: Toyota am Pranger

Der Autobauer Toyota steht unter Druck: Bereits 19 Menschen starben in den USA durch klemmende Gaspedale. Millionen Toyotas sollen in die Werkstätten zurück. In Europa ist das Ausmaß der Rückrufaktion noch nicht abzusehen. Der Hersteller muss sich zudem vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses verantworten.

Die Marke Toyota stand bisher für Qualität im Automobilbau. Das Gaspedal-Problem kratzt am Image.
Die Marke Toyota stand bisher für Qualität im Automobilbau. Das Gaspedal-Problem kratzt am Image.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Die Probleme mit klemmenden Gaspedalen haben für Toyota ein Nachspiel. Der japanische Autohersteller muss sich vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses verantworten. "Genauso wie viele Kunden bin ich besorgt über die Schwere und den Umfang der jüngsten Rückruf-Ankündigungen von Toyota", sagte der Vorsitzende des Energie- und Handelsausschusses, Henry Waxman. Er wolle mehr über die Hintergründe der Defekte erfahren und wie Toyota damit umgehe.

"Zwar war unser Treffen mit Toyota gestern hilfreich, doch es bleiben Fragen", ergänzte der Vorsitzende des zuständigen Unterausschusses, Bart Stupak. "Vorfälle mit klemmenden Gaspedalen bei Toyota-Autos ziehen sich über eine Dekade hin und haben zu einer unverhältnismäßig hohen Anzahl an Toten geführt." Die Anhörung ist für den 25. Februar angesetzt. Dabei soll vor allem geklärt werden, seit wann Toyota von den Problemen wusste.

Imageproblem  

Ist Toyota-Fahren gefährlich?
Ist Toyota-Fahren gefährlich?(Foto: picture alliance / dpa)

In der vergangenen Woche hatte Toyota einräumen müssen, dass in 2,3 Mio. amerikanischen Autos Gaspedale in der durchgetretenen Stellung festhängen bleiben können. Toyota hat den Verkauf der betroffenen Modelle gestoppt, darunter die Verkaufsschlager Corolla und Camry. Mittlerweile hat der Konzern den Grund für die Probleme gefunden und arbeitet mit dem Zulieferer CTS an einer Lösung, um die Reparatur zügig zu bewerkstelligen. Für Autos, die gerade produziert werden, stehen bereits modifizierte Gaspedale zur Verfügung.

Toyotas Image ist schwer angeschlagen: Der Konzern musste am Mittwoch eine frühere Rückrufaktion auf weitere 1,1 Millionen Fahrzeuge ausweiten. Fußmatten drohen sich derart mit den Pedalen zu verkeilen, dass der Wagen unkontrolliert beschleunigt. Wegen des Defekts hatte Toyota bereits im vergangenen Jahr 4,2 Millionen Autos zurückgerufen.

Laut des Ausschusses, der sich auf Daten der US-Behörde für Straßensicherheit beruft, haben bereits 19 Menschen durch unvermitteltes Beschleunigen in Toyota-Autos ihr Leben verloren - mehr als doppelt so viele wie bei allen anderen Herstellern zusammen.

Quo vadis, Europa?

Auch in Europa und China zeichnet sich eine Rückrufaktion ab: Toyota versucht in Europa fieberhaft herauszufinden, wieviele Autos wegen klemmender Gaspedale in die Werkstätten gerufen werden müssen. Es sei weiter unklar, wieviele Gaspedale des amerikanischen Lieferanten CTS hierzulande in Fahrzeuge eingebaut worden seien, sagte ein Sprecher von Toyota Deutschland. Die Suche könne sich bis nächste Woche hinziehen. Ursprünglich hatte bis Freitag feststehen sollen, welche Modelle und Baujahre betroffen sind.

Anders als in den USA sind den Angaben zufolge in Europa keine Unfälle bekannt, die auf klemmende Gaspedale zurückgeführt werden.

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Quelle: n-tv.de

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