Testbremsen vor laufender KameraToyota meldet Zweifel an
Nachdem die Ermittlungsbehörden erste Zweifel an der Vollgas-Panik eines kalifornischen Prius-Fahrers offenbart haben, wagt sich nun auch der Hersteller des Unglücksfahrzeugs aus der Deckung: Toyota-Techniker glauben fest daran, dass der Wagen auch ohne Unterstützung eines Streifenwagens kontrollierbar war.
Der japanische Autobauer Toyota hat eine aufsehenerregende Geschichte über einen in den USA außer Kontrolle geratenen Prius in Zweifel gezogen. Hauseigene Techniker hätten keinen Hinweis darauf gefunden, dass der Fahrer massiv gebremst habe, teilte das Unternehmen mit. Hätte er dies getan, dann wäre der Wagen zum Stehen gekommen.
Alternativ hätte der Fahrer unter anderem auch in den Leerlauf schalten können, um den Prius zu drosseln. Die Nationale Verkehrssicherheitsbehörde (NHTSA) der USA erklärte, ihr sei es bislang nicht gelungen, den Vorfall bei dem Hybrid-Fahrzeug nachzustellen. Die Ermittlungen dauerten noch an. Es sei aber möglich, dass nie geklärt werde, was genau geschehen sei.
Ein 61-jähriger Autofahrer hatte vor einer Woche die Polizei zu Hilfe gerufen, um seinen Prius auf einer Autobahn bei San Diego in Kalifornien abzubremsen. Seiner Darstellung zufolge ließ sich das Gaspedal nach einem Ruck nicht mehr bewegen. Der Mann brauchte demnach 20 Minuten, um das Auto zum Halten zu bringen. Ein herbeigeeilter Beamter sagte nach dem Vorfall, die Bremsen hätten geraucht und die Bremslichter geleuchtet. Die Irrfahrt bestimmte tagelang die Schlagzeilen in den USA.
Ein Sprecher der Autobahn-Polizei sagte, die bisherigen Untersuchungsergebnisse von Toyota und der NHTSA lieferten keine Beweise für einen Schwindel des Fahrers. Bis dahin müsse man seinen Worten Glauben schenken. Dafür sprächen auch die Beobachtungen des Beamten vor Ort. Der Fahrer des Prius habe ganz offensichtlich auf den Bremsen gestanden, sagte der Sprecher weiter. Der Fahrer will sich nach Angaben seiner Anwälte erst nach Abschluss der NHTSA-Ermittlungen äußern.
Der Vorfall schürte den Verdacht, die Ursache für die Probleme mit der Beschleunigung liege im elektronischen System Toyotas. Der Konzern hat die seit 2007 gemeldeten Vorfälle zunächst mit lockeren Fußmatten und dann mit Mängeln am zugelieferten Pedal erklärt. Toyota hat inzwischen mehr als acht Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten gerufen.