Wirtschaft
Möglichkeiten, Griechenlands Premier Alexis Tsipras das Leben leichter zu machen, gibt es viele. En politischer Beschluss dazu steht jedoch noch aus.
Möglichkeiten, Griechenlands Premier Alexis Tsipras das Leben leichter zu machen, gibt es viele. En politischer Beschluss dazu steht jedoch noch aus.(Foto: REUTERS)

Erleichterungen für Griechenland?: Troika denkt über Schuldentausch nach

In der Eurogruppe gibt es Überlegungen, Griechenland Erleichterungen zu gewähren: So soll Athen unattraktive Schuldtitel abgeben und sich mit besseren Krediten finanzieren können. Doch das ist nicht die einzige Idee, die diskutiert wird.

Griechenlands Geldgeber spielen Möglichkeiten durch, das Land bei den Kosten der Hilfskredite zu entlasten. Laut "Spiegel" ist etwa im Gespräch, dass der europäische Rettungsschirm ESM Hilfskredite von Euro-Staaten aus dem ersten Rettungspaket übernimmt und Athen dann Geld zu besseren Konditionen gewährt.

Die Gedankenspiele sollen die Grundlage für eine möglicherweise später zu treffende politische Entscheidung bilden. Diese soll aber nicht fallen, bevor die erste Überprüfung des laufenden dritten Hilfsprogramms abgeschlossen ist. "Diese Diskussionen werden nach der ersten Überprüfung stattfinden", sagte eine Sprecherin der Brüsseler EU-Kommission.

Ein ESM-Sprecher erklärte, technisch gebe es mehrere Möglichkeiten, die griechische Schuldenlast zu erleichtern. Er erinnerte aber daran, dass solche Entscheidungen einen einstimmigen Beschluss des ESM-Gouverneursrats bräuchten, in dem die Finanzminister der Euro-Staaten vertreten sind.

Dijsselbloem bringt weitere Erleichterungen ins Spiel

Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem sagte dem "Wall Street Journal", es sei denkbar, dass die Geldgeber Griechenland künftig eine Rückzahlung in weniger großen Raten ermöglichten. Im Gegenzug müsse das Land aber einen Primärüberschuss schaffen - damit wäre der Haushaltssaldo im Plus, solange Zinsen für aufgenommene Kredite abgezogen werden.

Die größten Raten ("Spitzen") könnten abgemildert werden, so Dijsselbloem. "Das wäre eigentlich eine vernünftige Lösung, weil die erste Spitze in zehn oder fünfzehn Jahren ansteht und es sehr schwer vorherzusagen ist, welchen Umfang sie haben wird." Dies hänge vom Wirtschaftswachstum ab.

Athen hatte sich mit den internationalen Gläubigern nach schwierigen Verhandlungen im Sommer auf ein drittes Hilfsprogramm mit einem Volumen von bis zu 86 Milliarden Euro verständigt. Die erste Überprüfung der im Gegenzug verlangten Spar- und Reformmaßnahmen hat sich seit Oktober jedoch bereits mehrfach verzögert. "Es ist keine Frage von Wochen, eher Monaten", sagte Dijsselbloem Mitte Januar.

Die Gläubiger hatten Athen in den vergangenen Jahren schon eine Reihe von Schuldenerleichterungen gewährt. Neben einem massiven Schuldenerlass durch private Banken in Höhe von 107 Milliarden Euro vereinbarte Griechenland mit den Euroländern auch Zinsnachlässe, lange Fristen bis zum Beginn der Rückzahlung seiner Kredite sowie jahrzehntelange Laufzeiten. Nach Schätzungen sparte Athen durch diese Maßnahmen nochmals mehrere Milliarden Euro.

Quelle: n-tv.de

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