Mittwoch, 23. Juni 2010
Madoff-Mitarbeiter verklagt: US-Justiz treibt Geld ein
Der Staatsanwalt erhebt Anklage gegen zwei ehemalige Büroangestellte von Madoffs Investmentfirma. Sie sollen von dem groß angelegten Betrug ihres Chefs gewusst haben. Ihr mögliches Mitwissertum könnte sie mit fünf Milliarden Dollar Strafe teuer zu stehen kommen.Während Milliardenbetrüger Bernard Madoff längst in einem US-amerikanischen Bundesgefängnis einsitzt, geht die Suche nach den Mittätern weiter: Die Staatsanwaltschaft erhob Klage gegen zwei ehemalige Büroangestellte von Madoffs Investmentfirma. Sie hat es auf deren Vermögen abgesehen.
Insgesamt will die Justiz bei Annette Bongiorno und JoAnn Crupi rund 5 Mio. US-Dollar eintreiben, weil sie von dem Betrug gewusst hätten. Beide haben nach Angaben des "Wall Street Journal" mehr als 25 Jahre für Madoff gearbeitet, die eine als Bürochefin, die andere half bei der Verwaltung der Fonds.
Die Spur des Geldes
Strafrechtlich haben die Frauen vorerst nichts zu befürchten. Ihrem ehemaligen Chef erging es da schlechter: Ein Gericht verurteilte Madoff zu 150 Jahren Haft. Er hatte an der Wall Street ein mehr als 60 Mrd. US-Dollar schweres Schneeballsystem aufgezogen. Der Großteil des Geldes ist weg.
Sein ehemaliger Finanzchef Frank DiPascali wartet noch auf sein Verfahren. Er hat sich bereits schuldig bekannt. Ein Richter setzte ihn aber bis zur Verhandlung gegen Kaution auf freien Fuß. DiPascali will mit den Behörden kooperieren und damit eine langjährige Haftstrafe unbedingt umgehen.
Madoff selbst schwört, allein gehandelt zu haben. Gerüchten zufolge soll er vor seiner Festnahme 9 Mrd. US-Dollar beiseite geschafft haben. Freunde sollen das Geld versteckt haben. Sollte es diesen Miliardenschatz tatsächlich geben, dürfte Madoff angesichts der langen Haftstrafe wenig davon haben.
ddi/dpa
Hintergründe zur Nachricht
Wirtschaft
-
Stimmungstöter Europa
Kursverluste an der Wall Street
-
Telefonica überrascht
O2 soll an die Börse
-
Presta-Mitarbeiter müssen gehen
ThyssenKrupp kündigt
-
Griechenland-Exporte
Euler Hermes versichert nicht
-
Hiobsbotschaften und "Todeskreuz"
Dax kennt kein Halten
-
Spanien-Angst wächst
Euro stürzt unter 1,24 Dollar
-
Boni-Streit vor Londoner Gericht
Coba erleidet Schlappe
-
Verbleib im Deutsche-Bank-Turm
Börsig behält Privilegien
-
"Das Urteil ist gefallen"
Schlecker steht vor dem Aus
-
Defizitabbau darf länger dauern
EU kommt Spanien entgegen
-
Zwischen Krisenangst und Optimismus
Konjunktur bleibt wackelig
-
Rätselraten um Bankia-Hilfen
EZB wurde gar nicht gefragt
