Tiefpunkt für viele überwundenUnternehmer atmen auf
Die Stimmung in vielen Unternehmen ist hierzulande deutlich besser als vielfach vermutet. Wie eine Studie zeigt, gehen die meisten mittlerweile davon aus, das Schlimmste in der Krise überstanden zu haben.
Vor wenigen Tagen erst hat Daimler-Chef Dieter Zetsche Aufbruchstimmung verbreitet. Er betonte vor den leidgeprüften Aktionären die guten zukunftsausscihten des Unternehmens. "Unsere Lage ist heute besser als gestern und viel spricht dafür, dass sie morgen besser als heute sein wird", beendet Zetsche seine einstündige Rede. Mit seiner Zuversicht steht Zetsche nicht allein unter den Unternehmern da.
Seine Zuversicht deckt sich mit dem Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger, nach der etwa 800 Vorstände und Geschäftsführer erklärten, der Tiefpunkt der Krise sei für sie überwunden. Das entspricht 57 Prozent aller Befragten. Fast drei Viertel der Unternehmen unterschiedlichster Größe erwarteten, bis 2012 wieder das Umsatzniveau zu erreichen, das sie vor der Krise hatten. Immerhin 54 Prozent der Unternehmen peilten dies schon bis 2011 an.
Für das laufende Jahr rechnen die Unternehmen den Angaben zufolge mit einem Wirtschaftswachstum zwischen einem und 1,5 Prozent, für 2011 erwarten sie dann ein Plus von 1,5 bis 2,0 Prozent. "Allerdings lauern auf dem Weg der Erholung noch Gefahren", warnte Roland-Berger-Experte Max Falckenberg. Fast zwei Drittel der Befragten rechneten kurzfristig mit steigender Arbeitslosigkeit und schlechteren Konditionen bei der Kreditvergabe.
"Mit blauem Auge davon gekommen"
Nachgelassen habe allerdings der Druck auf die Personalkosten: Der Studie zufolge haben sich die Betriebe zwar zum Ziel gesetzt, die Personalkosten um 12,0 Prozent zu senken. Aber der Großteil der Programme sei schon abgearbeitet - 2009 seien die Kosten im Schnitt um 10,0 Prozent gesunken. Auch der Anteil der Firmen, die ihre Finanzlage als kritisch bezeichnen, sei gesunken - von 26 Prozent im Krisenjahr 2009 auf aktuell 9,0 Prozent.
"Die Erholung ist deutlich schneller eingetreten, als wir erwartet hatten", resümiert Falckenberg, der die Studie bereits zum sechsten Mal durchführte. "Allen noch nicht absehbaren Unwägbarkeiten zum Trotz sieht es so aus, als sei Deutschland mit einem blauen Auge durch die Krise gekommen."