Wirtschaft
Jeep verzeichnet Absatzsprung.
Jeep verzeichnet Absatzsprung.(Foto: picture alliance / dpa)

Harter Winter kühlt US-Automarkt ab: VW bleibt im Schnee stecken

Arktische Temperaturen im Norden, Eis und Schnee bis nach Texas: Der Winter trifft zu Jahresbeginn weite Teile der USA - und nun auch die Autoindustrie. Einige Hersteller können dennoch punkten - mit Geländewagen und Luxus. Volkswagen friert dagegen ein.

Den im vergangenen Jahr neu gewonnenen Schwung hat der US-Automarkt im Februar in einer Schneewehe wieder eingebüßt. Nachdem die Verkaufszahlen schon im Januar ungewöhnlich schwach waren, machte der weiterhin harte Winter auch dem Februar-Absatz einen Strich durch die Rechnung. Die Hersteller führen die Absatzdelle aber unverändert auf das Wetter zurück. Sie geben die Hoffnung auf ein Top-Autojahr nicht auf.

Der Winter hat in Nordamerika dieses Jahr besonders stark zugeschlagen. Bis nach Texas hinein sorgten Eis und Schnee teilweise für Chaos auf den Straßen und im Norden für arktische Temperaturen. Die beiden größten US-Autobauer GM und Ford mussten deshalb kleine einstellige Verkaufsrückgänge hinnehmen.

Chrysler schätzt den annualisierten Absatz der Branche nur auf 15,8 Millionen Fahrzeuge, GM sprach von 15,4 Millionen. Das liegt deutlich hinter den Erwartungen für das Gesamtjahr. Beobachter trauen der Branche im Jahr 2014 bis zu 16,5 Millionen verkaufte Autos zu. Immerhin war der Februar schon besser als der Vormonat, als annualisiert eine halbe Million Fahrzeuge weniger einen Abnehmer fanden.

Jeeps sind gefragt, Porsches auch

Der Winter hatte jedoch auch etwas Gutes. Chrysler schaffte ein Verkaufsplus und war besonders mit seiner Geländewagenmarke Jeep erfolgreich. Deren Absatz kletterte um fast die Hälfte. Der inzwischen zu Fiat gehörende Hersteller führte auch dies auf den Winter zurück, denn Schnee und Eis sind allradgetriebene Autos besser gewachsen.

Neben den protzigen und großen Pickups waren auch Luxuslimousinen gefragt, sehr zum Vorteil der deutschen Autohersteller. Porsche schaffte ein Verkaufsplus von 15 Prozent, die Nissan-Nobelmarke Infiniti kam immerhin auf ein Plus von gut 6 Prozent. Die Marken BMW und Mercedes legten mit kleinen einstelligen Raten zu.

Daimler legt zu, BMW verliert

Daimler steigerte den Absatz in den USA um 3,8 Prozent. Insgesamt verkauften die Stuttgarter 24.971 Wagen der Marken Mercedes und Smart. Dagegen ging der Absatz von GM im zweiten Monat des Jahres um ein Prozent auf 222.104 Fahrzeuge zurück. Ford verbuchte ein Minus von sechs Prozent auf 183.947 und Toyota von vier Prozent auf 159.284 Wagen.

Bei BMW fielen die Verkäufe um 4,4 Prozent auf 24.476 Fahrzeuge. Während die Marke BMW gefragt war, erwies sich der Mini als Ladenhüter - von den Kleinwagen rollten 43 Prozent weniger zu den Kunden.

VW kommt nicht auf Touren

Volkswagen verliert in den USA weiter an Boden. Im Februar sackte der Absatz dort um 13,8 Prozent auf 27.112 Fahrzeuge, wie der Konzern mitteilte. VW leidet seit einiger Zeit unter sinkenden Verkaufszahlen auf dem zweitgrößten Automarkt der Welt. Denn die Wolfsburger überarbeiten ihre Modelle für den Geschmack der US-Kundschaft zu langsam. Gefragte Fahrzeuge wie Geländewagen oder Pick-ups boten sie bislang nicht an. Zudem wurden den Deutschen zuletzt Mängel bei der Qualität und bei der Ausstattung nachgesagt.

Hersteller hoffen noch

Insgesamt war der Start ins Jahr den zweiten Monat in Folge aber mau. Dennoch besteht Hoffnung auf eine bessere Entwicklung im restlichen Jahresverlauf. Ford-Vertriebsmanager John Felice sagte, die letzte Februar-Woche sei schon wieder besser gewesen. Marktführer GM berichtete, dass schon ab Mitte Februar "Tauwetter" in den Autohäusern geherrscht habe. Angesichts des höchsten Wirtschaftswachstums seit der Finanzkrise müsse es einfach "ein sehr gutes Autojahr" werden, beschwor der Autobauer.

Für die Hersteller wäre das zu hoffen. Doch während sie im vergangenen Jahr auf das Wachstum in den USA und auch in Asien stark angewiesen waren, wäre eine vorübergehende Flaute auf dem nordamerikanischen Kontinent jetzt nicht mehr ganz so dramatisch. Denn Europa ist inzwischen auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Nach einer langen Durststrecke fasst der westeuropäische Pkw-Markt wieder Tritt. Im Januar legte der Pkw-Neuwagenabsatz in Westeuropa um knapp 5 Prozent auf gut 897.000 Einheiten zu, was der fünfte Monat in Folge mit einem Pluszeichen ist.

Quelle: n-tv.de

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