Wirtschaft
Volkswagen - diese Marke reicht weit.
Volkswagen - diese Marke reicht weit.(Foto: dapd)

"Bild" darf nicht "Volks"-tümeln: VW setzt sich vor BGH durch

Die "Bild"-Zeitung gibt sich gerne volksnah. Ein bisschen zu volksnah für den Geschmack des Autobauers Volkswagen. Vor dem BGH erreichen die Wolfsburger nun, dass sich das Blatt und seine Werbepartner künftig mit der Vermarktung von allen möglichen "Volks"-Produkten wie dem "Volks-Handy" deutlich zurückhalten müssen.

Die "Bild"-Zeitung muss aufpassen, dass sie mit ihren "Volks"-Produkt-Vermarktungsaktionen dem Autobauer VW nicht in die Quere kommt. Der Bundesgerichtshof schloss in einem Urteil nicht aus, dass "Volks-Reifen" oder eine "Volks-Inspektion" die Markenrechte von Volkswagen verletzen. Unter diesen Schlagworten hatte die Boulevardzeitung vor vier Jahren zusammen mit der Werkstattkette A.T.U geworben. A.T.U wurde dabei in der Werbung als "Volks-Werkstatt" bezeichnet - zum Missfallen des VW-Konzerns, der selbst über ein engmaschiges Händlernetz verfügt. Der Wolfsburger Autobauer hatte deswegen gegen die Bild-Online-Tochter und gegen A.T.U geklagt, war vor dem Oberlandesgericht München aber abgeblitzt.

Der BGH folgte den Argumenten der Vorinstanz nicht, die sich nach den Vorgaben der Karlsruher Richter nun noch einmal mit dem Fall beschäftigen muss. "Bekannte oder sogar berühmte Marken verfügen über einen weiten Schutzbereich", andere Anbieter müssen deshalb einen "weiten Abstand" dazu halten, hieß es in der Entscheidung. Die Markenrechte würden schon verletzt, wenn die Kunden davon ausgingen, dass eine "Volks-Werkstatt" mit VW wirtschaftlich oder organisatorisch in Verbindung stehe. Das habe das OLG nicht ausreichend berücksichtigt.

Die im Axel Springer Verlag erscheinende "Bild"-Zeitung bewirbt und vermarktet zusammen mit Partnern aus der Industrie schon seit Jahren alle möglichen "Volks"-Produkte - vom "Volks-Handy" bis zur "Volks-Bibel". Die "Volks"-Aktionen wurden auch von Medienexperten kritisiert, weil die dazu veröffentlichten Werbetexte von vielen Lesen für redaktionelle Beiträge gehalten werden.

Quelle: n-tv.de

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