Wirtschaft

Spotanalyse zum Konsumklima"Vertrauen als gutes Zeichen"

20.12.2011, 09:34 Uhr
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(Foto: dpa)

Das neue Jahr steht bevor und die deutschen Verbraucher wollen von Krisenstimmung nichts wissen. Die Inlandsnachfrage ist intakt. Noch sei es aber zu früh, von einem Wendepunkt zu sprechen, sagen Analysten.

Trotz der Gefahr einer Rezession im Euroraum blicken die deutschen Verbraucher mit Zuversicht aufs neue Jahr. Zum ersten Mal seit fünf Monaten stiegen im Dezember die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung, wie aus der veröffentlichten Umfrage der GfK-Marktforscher hervorgeht. Das Gesamtbarometer, das neben der Konjunktur- und Einkommenserwartung auch die Anschaffungsneigung der Bürger misst, zeigt demnach wie im Vormonat 5,6 Punkte an. Analysten hatten dagegen einen leichten Rückgang erwartet. Sie sagten in ersten Reaktionen:

Christian Schulz, Berenberg Bank

"Es ist sehr positiv, dass die Verbraucher eine bessere Konjunkturaussicht haben und zum ersten Mal seit langem auf die fundamental sehr gute deutsche Situation schauen und Hoffnung haben, dass es besser wird. Es ist zu früh, um von einem Wendepunkt zu sprechen.

Für die deutsche Binnennachfrage ist das ein weiteres gutes Zeichen, dass positive Impulse von hier kommen werden. Diese können die abzusehenden Rückschläge vom Außenhandel und bei den Firmeninvestitionen abfedern."

Andreas Scheuerle, Dekabnak

"Das Konsumentenvertrauen ist stabil. Das ist in diesen schwierigen Zeiten bemerkenswert. Die Einkommenserwartungen sind die wichtigste Komponente. Sie bewegen sich seit April auf einem sehr hohen Niveau. Das wurde eigentlich nur während des Internetbooms 1999/2000 übertroffen. Die Haushalte gehen davon aus, dass sie im nächsten Jahr eine gute Einkommenssituaion haben - dank eines stabilen Arbeitsmarktes und dank Tarifabschlüssen, die etwas höher ausfallen dürften als 2011. Das ist der Stoff, aus dem Konsumfantasien gemacht werden.

Der private Konsum wird das stabilisierende Element im kommenden Jahr sein. Von 2002 bis 2010 ist er im Schnitt nur um 0,25 Prozent pro Jahr gewachsen. Jetzt dürfte er um etwa 1,3 Prozent zulegen. Das ist eine andere Welt."

Quelle: rts